Furth – Draußen war es trüb und nasskalt, in der Fackelbauhalle dann das genaue Gegenteil: Da überraschte und erfreute die Schützen von der Furth am Mittwochabend die bunte Vielfalt der 17 Großfackeln. Auch Brudermeister Jochen Hennen war zufrieden: „Wir haben eine Fackel mehr als vor einem Jahr.“ Er räumt ein, dass es in der Vergangenheit auch schon mal 20 gegeben habe. Dem anderen Jochen, Schützenkönig Jochen I. Nitschke und seiner Königin Natascha gefiel das, was sie sahen ebenfalls. Es gehörte nur wenig Fantasie dazu, um sich vorzustellen, welch eindrucksvolles Bild die kleinen Kunstwerke, beleuchtet nach Einbruch der Dunkelheit, auf dem Zugweg abgeben werden.
Angesprochen fühlen sollen sich auch Kinder. „Hurra, die Edelknaben sind für alle da“, lautet die Botschaft bei den jüngsten Schützen. Es gibt derzeit rund 40 von ihnen, und es dürften gerne noch ein paar mehr sein. Auch das Marie-Curie-Gymnasium hat sich an den Fackelbau herangewagt. Dazu war eigens eine Arbeitsgemeinschaft gegründet worden. Im Mittelpunkt steht ein Leuchtturm samt Leuchtfeuer. Auf kleine und große Schützen zieht die erste Fackel ab, die das Regiments- und Bundes-Tambourkorps Novesia 1912 je fabriziert hat. Kevin Conti und Christian Hamacher wollen mit ihrer Fackel die Leute weg von der Spielekonsole und hin zum Brauchtum führen. Dabei wurde bei der konkreten Gestaltung auf Details geachtet: Der Junge an der Konsole hat zum Beispiel rote Augen.
Die Landesgartenschau in Neuss ist ebenso ein Thema wie Zugjubiläen: Den Jägerzug „Op Zack“ gibt es seit 35 Jahren. Eyecatcher der Fackel ist die riesige beleuchtete Geburtstagstorte. Beim Jägerzug „Frei weg“ geht es um die Fußball-Weltmeisterschaft. Sie verbreitet Optimismus mit dem Motto „Deutschland auf Titelkurs“. Die Gesellschaft Schützenlust hat zusammen mit Kindern eine Fackel gebaut. Das Motto lautet „Freundschaft kennt kein Alter“. Der alte Oberst hieß Heiner Ringes, der neue Wilfried Moosbauer. „Danke Heiner, viel Glück Moosi“, steht auf der Großfackel des Zuges „Mer donnet för de Food“. Und wer genau hinschaut, erkennt die beiden Protagonisten sogar.
Die Weißenberger Scheibenschützen gehen wieder mit ihrem Schiff auf Reisen, allerdings in leicht abgewandelter Form. Die Fackel des Grenadierzugs „Further Knäller“ gehört ganz sicher zu den schönsten – sie erzählt auf sehr einprägsame Weise die Geschichte des Zugkönigs Peter I. , der 19 Anläufe brauchte. Kein Wunder, dass zur Fackel eine riesige Flasche Zielwasser gehört, und die Kanonenkugel scheint zwischen Kanone und Vogel zu schweben. Dass die Kanone ganz schön qualmt, macht diese Fackel noch ein bisschen spektakulärer.

