Nordstadt – Jochen Nitschke bekommt eine „Amtszeitverlängerung“ als Schützenkönig – und das hat nun wirklich nichts mehr mit Corona zu tun. Denn dass der Hubertusschütze und Schützenkönig des vergangenen Jahres auch in diesem Jahr an Pfingsten höchster Repräsentant der Further St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft ist, ergibt sich aus der von langer Hand vorbereiteten Umstellung des Schützenfestes, die in diesem Jahr greift und abgeschlossen wird.
Der Anfang dazu wird schon beim traditionellen Sebastianusehrentag am Sonntag, 25. Januar, gemacht, weil schon an diesem Termin – und nicht erst bei einer Generalversammlung im Frühjahr – die sogenannte Kardinalfrage gestellt wird: „Soll an Pfingsten Schützenfest gefeiert werden?“ Da wird sicher nicht nur Jochen Nitschke mit dem Ruf „Zog, Zog“ lautstark zustimmen.
Nitschke war im vergangenen Jahr der letzte Schützenkönig, der vier Wochen vor Pfingsten und im Zusammenhang mit dem Königsehrenabend ermittelt wurde. Künftig – und beginnend am Pfingstdienstag, 26. Mai – steht der Gang zur Vogelstange am letzten Tag des Schützenfestes auf dem Programm. An dem alten Termin des Vogelschießens wird zwar festgehalten, allerdings wird an diesem 25. April die Krönung des Schützenkönigs vollzogen. Einen eigenen Königsehrenabend weist das Festprogramm 2026 nicht aus, dafür aber den 9. Mai als Tag des Oberstehrenabends. Letzte „Haltestelle“ vor dem Schützenfest, das vom 22. bis 26. Mai gefeiert wird, ist dann das Fackelbaurichtfest am Mittwoch, 13. Mai, an der Neusser Weyhe.
Althergebracht ist der Start ins Jahr mit dem Patronatstag zu Ehren des Heiligen Sebastian am 25. Januar. Dieser beginnt um 9.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Josef, zu dem Vertreter des Bundes der deutschen historischen Schützenbruderschaft erwartet werden. Sie bringen das Anno Santo Kreuz mit, das der Further Bruderschaft verliehen wird, weil sie im Heiligen Jahr 2025 eine Pilgerreise nach Rom unternommen hat.
Zum Festkommers geht es anschließend ins Festzelt auf dem Kirmesplatz, wo Ehrungen vorgenommen und Auszeichnungen verliehen werden. Als Festredner hat Bernd Herten zugesagt, der Neusser Regimentsoberst.
Traditionell steigt an gleicher Stelle am Abend zuvor eine große Party. Das war lange die „Further Wintergaudi“, die 2025 durch eine 80er-Jahre-Party „Neue deutsche Welle“ ersetzt wurde. Für dieses Jahr kündigt der Verein schon wieder ein neues Format an. Unter dem Motto „Zesamme doll“ wird mit der Karnevalsgesellschaft „Blaue Funken“ am 24. Januar ab 19 Uhr das Miteinander von Sommer- und Winterbrauchtum zelebriert.

