Neuss – Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Stadtverband Neuss ist aus dem Dornröschenschlaf erwacht: Nachdem alle Vorstandsposten mehrere Jahre unbesetzt waren und in einer Versammlung der Mitgliedsverbände bereits laut darüber nachgedacht wurde, den Dachverband „ruhend zu stellen“, haben sich nun fünf Ehrenamtliche gefunden, die den BDKJ Neuss wieder nach vorn bringen wollen. Ende 2025 wurden Alexander Rabus und Maurice van den Bergh in einer außerordentlichen Versammlung zum 1. und 2. Stadtvorsitzenden gewählt. Zu weiteren Vorstandsmitgliedern wurden Raphael Stock und Luisa Maria Brors ernannt. Im Beirat wirkt außerdem Luca Maximilian Altas mit.
Alle fünf eint, dass sie aus dem Bund der St.-Sebastianus-Schützenjugend kommen, einem der Mitgliedsverbände des BDKJ. „Ich bin dort 2024 in den Bezirksvorstand gewählt worden und habe die Funktion des BDKJ-Beauftragten übertragen bekommen“, berichtet Rabus. Eine seiner ersten Aufgaben war die Teilnahme an jener Regionalkonferenz, bei der es um die Frage ging, ob der BDKJ Neuss mehr oder minder aufgelöst und sein Vermögen an die Diözese gegeben werden sollte. Der Grund: Es finde sich niemand, der die Vorstandsarbeit ehrenamtlich übernehmen wolle. „Ich habe darauf unter den Jungschützen gefragt, ob nicht doch jemand Lust hätte, sich auf Bezirksebene zu engagieren“, so Rabus weiter. Und: Er wurde fündig.
Der erste Schritt war damit gemacht. Nun heißt es für den neuen Stadtverbands-Vorstand, den BDKJ Neuss und seine Aufgaben wieder bekannt zu machen. Dazu gehört nach eigenen Angaben, die Interessen der Mitglieder in Politik, Kirche und Gesellschaft zu vertreten, sich aktiv in jugendpolitische Fragen einzubringen und die Mitgliedsverbände bei der finanziellen Förderung zu unterstützen. So ist der BDKJ beispielsweise mit der Abwicklung der Landesmittel aus dem Kinder- und Jugendplan, sogenannte KJP-Mittel, beauftragt. „Und wir stellen transparent dar, welche Zuschussmöglichkeiten es gibt. Zum Beispiel sollen vom Sonderinvestitionsvermögendes Bundes ja nicht nur die Infrastruktur und die Schulen, sondern auch Jugendverbände profitieren“, fügt Rabus hinzu.
In puncto Interessenvertretung hat der frischgebackene Vorstand mit der Arbeit bereits begonnen: „Wir haben bereits ein sehr gutes Gespräch mit Oberpfarrer Süß geführt und werden alle Jugendverbände im Februar zu einer Klausurtagung einladen“, berichtet Rabus. Dabei gehe es den fünf Vorstandsmitgliedern vor allem darum, herauszufinden, welche Themen den Jugendverbänden auf den Nägeln brennen und welche Unterstützung sie vom BDKJ Neuss erwarten.
Ein Thema, das die fünf Vorstandsmitglieder als elementar erachten, ist der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt. Gemeinsam mit anderen haben sie dazu Mitte November 2025 ein Bündnis gegründet, das schon ganz konkrete Pläne hat. „Wir wollen Präventionsschulungen anbieten, aufklären, auf das Thema aufmerksam machen, Ansprechpartner sein und gemeinsam mit Vereinen und Verbänden überlegen, wie man bei Veranstaltungen und Events Räume schaffen kann, wo sich alle sicher fühlen, und damit ganz aktiv gegen sexualisierte Gewalt vorgehen“, erklärt der erste Stadtvorsitzende.
Darüber hinaus werden Maurice van den Bergh und Alexander Rabus nun den Sitz des BDKJ im Jugendhilfeausschuss wahrnehmen und sich dort aktiv einbringen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist Rabus, dass der BDKJ parteipolitisch neutral sei: „Wir wollen die Jugendarbeit in den Vordergrund stellen und keine parteipolitischen Interessen vertreten“, betont er. Dazu gehöre auch, dass der Dachverband der Neusser Jugendorganisationen gerne beratend und unterstützend zur Seite stehe – beispielsweise bei der geforderten Gründung eines Jugendparlaments in Neuss.
Nicht zuletzt soll auch die Website des BDKJ Neuss neugestaltet und vor allem aktualisiert werden. „Bei der Schützenjugend arbeitet gerade jemand an der Website und er wird dann auch die BDKJ-Seite erneuern“, verspricht Rabus. Denn die befinde sich noch im Dornröschenschlaf, soll aber auch schnellstmöglich erwachen.


