RUDOLF BARNHOLT // NGZ // 26.01.2026

Rück­blick aufs erfolg­rei­che Jubiläumsjahr
Klaus Geh­len wird in die­sem Jahr als König mit sei­ner Clau­dia sei­nen Teil zu einem gelun­ge­nen Schüt­zen­fest bei­tra­gen. Foto: Salzburg

2025 wird für die Kaars­ter Schüt­zen in die Geschichte ein­ge­hen – mit vie­len gut besuch­ten Ver­an­stal­tun­gen und einem rekord­ver­däch­ti­gen Enga­ge­ment. Trotz anfäng­li­cher Sorge um das Königs­amt konnte Klaus Geh­len ein „königs­lo­ses Jahr“ ver­hin­dern. So lief die Jah­res­haupt­ver­samm­lung ab.

Kaarst – Die Stim­mung auf der Jah­res­haupt­ver­samm­lung der Kaars­ter Schüt­zen hätte viel bes­ser nicht sein kön­nen. Das Jubi­lä­ums­jahr – gefei­ert wurde das 575-jäh­rige Bestehen – 2025 war ein Jahr mit sehr vie­len sehr gut besuch­ten Ver­an­stal­tun­gen. Man hatte bewusst ent­schie­den, mehr Geld als sonst in die Hand zu nehmen.

Einen Wer­muts­trop­fen hatte es bei den erfolgs­ver­wöhn­ten Kaars­ter Schüt­zen aber doch gege­ben: Es hatte zunächst so aus­ge­se­hen, als gebe es kei­nen Bewer­ber für das Königs­amt. Schließ­lich hatte Gene­ral Klaus Geh­len den Vogel abge­schos­sen und der mit Abstand größ­ten Bru­der­schaft in der Stadt ein königs­lo­ses Jahr erspart. Geschäfts­füh­rer Ste­fan Stamm sollte das Thema im Laufe der Ver­samm­lung anspre­chen: „Die Ent­schei­dung, Kaars­ter Schüt­zen­kö­nig zu wer­den, hat noch nie jemand bereut.“ An den Kos­ten solle es nicht scheitern.

Dies­mal war ein Mann zu Gast, der sonst noch nie bei einer Ver­samm­lung der Kaars­ter Schüt­zen mit dabei war: Der Land­tags­ab­ge­ord­nete Jörg Geer­lings war nicht mit lee­ren Hän­den gekom­men, er hatte etwas ganz Beson­de­res mit­ge­bracht: Die Schüt­zen­pla­kette des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len. Er lobte das Enga­ge­ment der Schüt­zen, ver­bin­det mit ihnen Werte wie Tra­di­tion, Ver­ant­wor­tung und Hei­mat­pflege. Und er fügte hinzu: „Die Kaars­ter Schüt­zen sind eine tra­gende Säule des gesell­schaft­li­chen Lebens in Kaarst, da wir­ken Herz und Ver­stand zusammen.“

„Mensch blei­ben“, lau­tet das Motto von Gene­ral Klaus Geh­len. Er wird in die­sem Jahr gemein­sam als König mit sei­ner Köni­gin Clau­dia und den Minis­ter­paa­ren Achim und Hed­wig Wink­ler sowie Claus Schif­fer und Andrea Breuer sei­nen Teil zu einem gelun­ge­nen Schüt­zen­fest bei­tra­gen. Das Königs­haus ver­zich­tet auf Blu­men und Geschenke und sam­melt für den Ver­ein „Eltern­in­itia­tive Kin­der­krebs­kli­nik“ in Düs­sel­dorf. Er erzählte von einer unheil­bar kran­ken 15-Jäh­ri­gen, die noch ein­mal ans Meer wollte. Viel Zeit war nicht mehr. „Von der Reise zurück­ge­kehrt, schlief das Mäd­chen für immer fried­lich ein“, erklärte Geh­len. Dabei sei ihm ein Schauer über den Rücken gelaufen.

Prä­si­dent Claus Schif­fer nannte die Orga­ni­sa­tion des Jubi­lä­ums­schüt­zen­fests „Team­ar­beit im bes­ten Sinne“. Auf den Stra­ßen mar­schier­ten mehr als 1650 Schüt­zen und Musi­ker, die einen ein­drucks­vol­len Fest­zug gebil­det haben. Für 2026 werde wie­der so etwas wie All­tag ein­keh­ren, „aber kein lang­wei­li­ger All­tag“. Ziel sei es, den Schwung aus dem Jubi­lä­ums­jahr ins neue Jahr mitzunehmen.

Die Bru­der­schaft hat aktu­ell 1313 Mit­glie­der – vor einem Jahr waren es noch 1280 gewe­sen. Das Durch­schnitts­al­ter ist von 47 auf 46 leicht gesun­ken. 396 Män­ner waren zur Ver­samm­lung gekom­men. Schatz­meis­ter Michal Ihle ver­tei­digte die Ent­schei­dung, sich das Jubi­lä­ums­jahr eini­ges kos­ten zu las­sen. Die Bru­der­schaft sei finan­zi­ell gut aufgestellt.

Die Vor­stands­neu­wah­len dau­er­ten nur wenige Minu­ten. Geschäfts­füh­rer Ste­fan Stamm wurde ebenso im Amt bestä­tigt wie Chris­tian Guder als Schüt­zen­meis­ter, Niklas Fuhr­mann als Jung­schüt­zen­meis­ter und Marc Heb­mül­ler als Zeug­wart. Mar­cel Breuer und Chris­tian Esser blei­ben Edel­kna­ben­füh­rer. Neu im Vor­stand ist aber Mats Küff. Er wurde zum Nach­fol­ger von Bei­sit­zer Frank Für­went­sches gewählt, der für eine erneute Kan­di­da­tur nicht mehr zur Ver­fü­gung gestan­den hatte. Peter Lam­bertz ist neuer Kas­sen­prü­fer, Guido Mey­wirth gibt die­ses Amt auf.

Es gab auch Jubi­lar­eh­run­gen. Die beson­ders hohen Jubi­läen erfol­gen im Rah­men des Schüt­zen­fes­tes. Ger­hard Ange­rer, Tho­mas Heb­ben, Chris­toph Her­wig, Tho­mas Op‘t Eynde und Michael Schrö­der tra­ten vor 50 Jah­ren in die Bru­der­schaft ein. „Sie haben sich an der Theke nicht geschont, was man ihnen aber nicht ansieht“, scherzte Ste­fan Stamm. Die Edel­kna­ben fei­ern ihr 75-jäh­ri­ges Bestehen. Sie bekom­men jetzt neue Uni­for­men, die zum Teil mit Spen­den finan­ziert wer­den. Die Lus­ti­gen Brü­der gibt es seit 70 Jah­ren, die Treuen Freunde seit 60 Jah­ren. Die Rei­ter­ge­mein­schaft Kaarst wurde vor 40 Jah­ren gegrün­det und die Grü­nen Dra­chen sind seit 25 Jah­ren mit dabei.

Bür­ger­meis­ter Chris­tian Horn-Hei­ne­mann, frisch aus der Part­ner­stadt Made­leine zurück­ge­kehrt, ver­sprach den Schüt­zen seine Unter­stüt­zung trotz der dro­hen­den Haus­halts­si­che­rung: „Bei aller Not­wen­dig­keit zum Spa­ren kann es nicht sein, dass unsere Schüt­zen­feste nicht mehr so wie üblich statt­fin­den können.“

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Mit herz­li­chem Schüt­zen­gruß
Ihr Bezirks­ver­band Neuss

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