Nordstadt – So früh im Jahr wie noch nie hat die Further St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft die Weichen in Richtung Schützenfest gestellt. Anlass dazu bot das Patronatswochenende, das mit einer Party begann, einen Gottesdienst mit einer besonderen Auszeichnung in seinem Mittelpunkt hatte und zu dessen „weltlicher“ Fortsetzung am Sonntag ein Festkommers gehörte. Er bot die Bühne für die „Zog-Zog“-Rede, in der Schützenmeister Johannes Platen die Kardinalfrage stellte. Das Ergebnis war eindeutig – Kirmes kann kommen.
In das Wochenende war die Bruderschaft ziemlich ausgelassen gestartet. Erstmals feierten die Schützen und die Karnevalisten der „Blauen Funken“ unter dem Motto „Zesamme doll“ eine Zeltparty – mit Live-Musik von den „Kaschämm“ und „Druckluft“.
Am Sonntagvormittag setzte die Bruderschaft ihren Patronatstag mit einem Gottesdienst in der St.-Josef-Kirche fort. Den zelebrierte der Bruderschaftspräses Pfarrer Hans-Günther Korr gemeinsam mit dem Bezirkspräses, Diakon Michael Offer. In seiner Predigt griff Korr das aktuelle Kölner Karnevalsmotto „Mer donn et för Kölle“ auf und übertrug es auf die eigene Heimat mit den Worten „Mer donn et för de Furth“. Damit schlug er zugleich den Bogen zur Romwallfahrt, die eine große Pilgergruppe der Bruderschaft im vergangenen Jahr in die ewige Stadt unternommen hatte.
Eine solche Wallfahrt – noch dazu in einem vom Papst ausgerufenen Heiligen Jahr – wird vom Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften mit der Verleihung des Anno-Santo-Kreuzes gewürdigt. Dieses Kreuz wurde durch den Bundesschützenmeister Robert Hoppe verliehen, der dafür aus Grevenbroich gekommen war. Pfarrer Korr nahm das Kreuz – stellvertretend für die Bruderschaft – entgegen.
Nach der Messfeier zogen die Schützen in einem ersten Umzug mit Musikbegleitung über die Further Straßen, bevor im gut gefüllten Festzelt der weltliche Teil des Patronatstages begann. Präsident und Brudermeister Jochen Hennen begrüßte dazu vor allem Schützenkönig Jochen Nitschke, Bruderschaftsprinz Yannick Hüsgen sowie Schülerprinz Soel Rottmann.
Als Festredner hatten die Further Schützen Bernd Herten gewinnen können, den Oberst des Neusser Bürger-Schützen-Vereins. In seiner Festrede verband dieser Tradition, Engagement und Lebensfreude auf besondere Weise und hob besonders die Bedeutung des Ehrenamtes heraus. Ein letzter Höhepunkt des Tages stellten die Ehrung dar. Hans Bilk wurde für 60‑, Jürgen Rohrer für 50-jährige Mitgliedschaft gedankt. Das Silberne Verdienstkreuz der Bruderschaft ging an Sven Fabrizius, Sebastian Eckert, Kevin Vetten, Swen Hüsges, Stephan Peters und Stefan Langosch.



