Mike Kunze // NGZ // 27.05.2026

Eine Krö­nung vol­ler Emotionen
Hier wird aus Susanne Schä­fer die Köni­gin von Büde­rich: Bür­ger­meis­ter Chris­tian Bom­mers nimmt die Krö­nung im Fest­zelt vor, der Hof­staat im Hin­ter­grund und das voll­be­setzte Fest­zelt jubeln den neuen Köni­gin zu. Foto: Mike Kunze

Büde­rich – Es ist die­ser eine beson­dere, fast magi­sche Moment, in dem aus Susanne, kurz Susi genannt, Schä­fer die strah­lende Köni­gin des größ­ten Meer­bu­scher Stadt­teils wird. Es ist der Moment, in dem erst­mals das glit­zernde Dia­dem auf ihren dunk­len Haa­ren auf­blitzt, wäh­rend sich ein Lächeln breit­macht. Es beginnt auf ihren Lip­pen und zieht sich dann über das ganze Gesicht. Die rechte Hand erhebt sich zum könig­li­chen Win­ken – immer aus dem Hand­ge­lenk – bis auf Kopf­höhe. Hin­ter ihr der Hof­staat, das rie­sige Büde­ri­cher Wap­pen mit dem rei­ten­den Mär­ty­rer Mau­ri­tius. Musik erklingt, das voll­be­setzte Fest­zelt hat sich von sei­nen Plät­zen erho­ben und spen­det tosen­den Applaus.

Wer die­sen Augen­blick ein­mal erlebt hat, der wird ihn sein Leben lang nicht mehr ver­ges­sen. So berich­ten es über­ein­stim­mend alle frü­he­ren Köni­gin­nen der St.-Sebastianus-Bruderschaft von 1567. Schon seit dem Wie­der­be­ginn des Schüt­zen­fes­tes legen die Bör­ker Schüt­zen an einem Tag ganz beson­de­ren Wert auf die Frau an der Seite ihres Königs – der Höhe­punkt des mehr­tä­gi­gen Festes .

Daran erin­nert sich jeden­falls Bert Ben­der. Der Kapi­tän­leut­nant der Mari­ne­kom­pa­nie ist wohl der ein­zige Schütze, der über Pfings­ten im Fest­zelt war, der seit 1949 alle Schüt­zen­feste mit­er­lebt hat. Damals war der heute 90-Jäh­rige aller­dings noch als Edel­knabe eher stau­nen­der Zaun­gast des Gesche­hens. Dies­mal fei­erte er zusam­men mit sei­nem Bord­ka­me­ra­den Hans Fischer vor allem die Wie­der­be­grün­dung der Marine vor 70 Jah­ren. Seit­her sind die bei­den auch offi­zi­ell Mit­glie­der der Bruderschaft.

Damals wie heute ist es aber stets der Bür­ger­meis­ter, der nicht nur die Krö­nung vor­nimmt, son­dern auch die Lau­da­tio auf die Köni­gin hält. Und Chris­tian Bom­mers sang wort­wört­lich ein Lob­lied auf Susi Schä­fer, die mit ihrem Konni I. schon im sprich­wört­li­chen Sand­kas­ten gespielt hatte. Die tech­ni­schen Fähig­kei­ten habe sie sich bewahrt und sei ihrem Ehe­mann in die­sem Fach auch heute noch „haus­hoch überlegen“.

Zusam­men mit der Fest­ge­meinde, dar­un­ter auch große Abord­nun­gen der benach­bar­ten Schüt­zen­ver­eine und ‑bru­der­schaf­ten, rät­selte Bom­mers, ob sie ihm nicht manch­mal zeige, „wo der Ham­mer hängt“.

Unab­hän­gig davon scheint der Haus­segen bei Fami­lie Schä­fer aber nicht schief zu hän­gen, denn Konni I. gab sei­ner Köni­gin nach der Krö­nung als Ers­tes einen Kuss. Und dann durfte er sich vor sei­ner Rede auch noch einen Musik­wunsch vom beein­dru­cken­den Büde­ri­cher Musik­block, bestehend aus dem Bun­des­schüt­zen­fan­fa­ren­corps 1968, dem Bun­destam­bour­corps Rhein­treue und der Böh­ler Werks­ka­pelle, erfül­len: Die Werks­ka­pelle into­nierte den „Olym­pic Spirit“.

Bei die­ser Gele­gen­heit blitzte dann auch das Königs­sil­ber auf, das dies­mal die alte Mee­rer Klos­ter­kir­che dar­stellt. Schließ­lich kommt das Königs­haus aus der Gesell­schaft Hil­de­gun­dis von Meer, die an die­sem Abend zugleich ihren tra­di­tio­nel­len Erd­beer­bowle-Mon­tag feierte.

Konni I. bewies dann, dass auch die jun­gen Gene­ra­tio­nen ganz genau wis­sen, wie ein Schüt­zen­herz schlägt. Der 39-Jäh­rige nahm die Anwe­sen­den auf eine gedank­li­che Reise mit, auf deren emo­tio­na­ler Route er vor allem die gelieb­ten Men­schen ein­band, die die­sen Abend nicht mehr erle­ben konn­ten. Aber, da zeigte sich der Mon­arch sicher: „Sie sind heute hier, mit­ten unter uns, wenn wir uns an sie erin­nern und von ihnen erzählen.“

Da konnte auch Prä­ses Michael Ber­ning nur bei­pflich­ten, der sich weder mit den gesang­li­chen Qua­li­tä­ten des Stadt­ober­haup­tes noch mit der ergrei­fen­den Rede des Königs mes­sen wollte und des­halb ein­fach nur an die Ver­bun­den­heit des Königs­paa­res mit der Pfarr­ge­meinde erin­nerte. Schon ganz zu Beginn sei­ner Zeit in Büde­rich machte Ber­ning Bekannt­schaft mit Susi Schä­fer – und erlebte sie als junge Frau bereits bei der Stif­tung Büde­rich als enga­giert und kom­pe­tent. Und auch als Paar sind die neuen Mon­ar­chen der Gemeinde ver­bun­den: Sie haben sich vor genau 20 Jah­ren bei einer kirch­li­chen Feri­en­frei­zeit als Paar gefunden.

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Mit herz­li­chem Schüt­zen­gruß
Ihr Bezirks­ver­band Neuss

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