Büderich – Es war absehbar, dass Konni Schäfer eines Tages König von Büderich werden würde. Trotzdem war der 39-Jährige sichtlich bewegt, als es dann so weit war. Als jubelnde Mitglieder der Kompanie Hildegundis von Meer den frisch gebackenen Würdenträger auf die Schultern hoben, erste Kameras klickten und das altehrwürdige Königssilber leise klimperte, verdrückte der selbstständige Unternehmensberater noch zwei Tränen. Und als die Königskompanie mit dem Bundestambourcorps Rheintreue sowie dem Bundesschützenfanfarenzug 1968 Königin Susanne ins Zelt geleitete und ihrem königlichen Gemahl präsentierte, war der strahlende Monarch erst recht überwältigt.
Beim Vogelschießen am Hallenbadpark hatte Konni I. 20 Jahre nach Vater Carlo und pünktlich zum zehnjährigen Bestehen der eigenen Kompanie schon beim ersten Schuss die Holzplatte getroffen. Erstmals war die Scheibe aus Sicherheitsgründen aus Holz statt Metall. Zum Auftakt des ereignisreichen Tages hatte der neue Oberst Niklas Püllen mit Adjutant Jan Deussen seine Feuertaufe bestanden und das Schützenregiment sicher von der „Krone“ zum Hallenbad geführt. Viel Lob gab es für die Uniformen, die nur dem Schnitt nach dem klassischen Waffenrock entsprechen. Anstatt königsblau waren sie allerdings in Grau gehalten, eine Hommage an die Armbrustschützen, denen beide angehören.
Beim Vogelschießen kamen zuerst die Pfänderschützen zum Zuge. Ganz anders als in den vergangenen Jahren legten dabei die Jungschützen zügig vor und mit Lara Taubert stand auch die neue Jungschützenkönigin zuerst fest. Das traditionsreiche Silber wechselt damit von Laura Kuhlmann zu Lara I. vom Matrosencorps. Als Pfänderschützen waren Fabian Blombach (Hubertuskompanie, Kopf), Tim Raukes (Jägerlust, linker Flügel) und Andreas Bogie (Armbrust, rechter Flügel und Schwanz) erfolgreich.
Dicht darauf folgten die Ehrengäste, darunter Präses Michael Berning, selbst als Neusser Schütze am Gewehr geübt, sowie das scheidende Königshaus um Marcel I. Hermes. Die hatten allerdings mit der Waffe zu kämpfen, sodass der neue Erste Schießmeister Michael Bödefeld mehrfach nachjustieren musste. Trotzdem lieferten die Honoratioren ab. Der entscheidende Schuss auf den Rumpf gelang Minister Markus Rosenau, der damit Ratsfrau Nicole Niederdellman-Siemes als Ehrenkönig ablöst. Die Minister Sascha Motes (Rote Husaren) und Timur Gök (Blaue Husaren) sicherten sich Kopf und rechten Flügel. Den linken Flügel ergatterte Patrick Spanke von der KG Blau-Weiß und den Schwanz schoss Mike Kunze vom Geschichtsverein Meerbusch.
Bei den Schützen ließen die Schießkünste diesmal zu wünschen übrig, sie brauchten mit Abstand am längsten, um die fünf Pfänder zu erringen. Dafür war der Jubel bei den erfolgreichen Treffern umso größer. Benedikt Rippers von der Jägerkompanie Eintracht schoss den Kopf ab, die Flügel erhielten Armbrustschütze Lukas Stiefelhagen (links) und Christina Höfling (Eintracht, rechts). Stephanie Heger vom Bundestambourcorps erjagte erfolgreich den Schwanz des Vogels, während Thomas Wegener von den Grünen Husaren den Rumpf seiner Sammlung hinzufügen konnte.
Nach den Wettkämpfen und durch die Verzögerung schon zu Beginn – der Abmarsch wurde wegen des Regens um eine halbe Stunde verschoben – pflegten die Schützen erst spät ihre Kameradschaft im Zelt. Dafür sorgten starke Regengüssen draußen dafür, dass das Zelt im Innern noch lange gefüllt blieb. Hier versüßte das Bundesfanfarencorps Konni I. den Abend, indem es ihn die Schützenhymne Laridah dirigieren ließ. Und weil der energiegeladene König selbst lange Jahre diesem Corps angehörte, klang die Darbietung auch überzeugend schwungvoll.
Ab dem 22. Mai scheint Büderich damit ein Schützenfest mit einem jungen und motivierten Königsteam bevorzustehen. Kommenden Samstag folgt aber zunächst noch der Königsehrenabend mit der Vorstellung der Minister und Hofdamen.

