Holzbüttgen – „Ja, ist denn jetzt schon Schützenfest?“, mögen sich die Menschen in Holzbüttgen gedacht haben, als die Schützenklänge sie am Sonntagmorgen aus dem Schlaf rissen. Nein, aber einen Grund zum Feiern gab es trotzdem: Nach 2011 wurde jetzt wieder der Bezirksjungschützentag gefeiert.
Rund 350 Jungschützen waren gekommen, die Gesamtzahl der Gäste war aber deutlich höher. Auch die gestandenen Schützen freuten sich, endlich mal wieder mit Gleichgesinnten in Kontakt zu kommen. Aber der Bezirksjungschützentag ist immer auch ein Ziel für Familien, die vor allem wegen des Rahmenprogramms kommen. Die Hüpfburg nahm langsam Form an und die DJK Holzbüttgen hatte auf dem Parkplatz neben der Kirche ein kleines Floorball-Spielfeld aufgebaut.
Das Technische Hilfswerk und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) gehörten zur „Blaulicht-Familie“, die sich den Besuchern vorstellte. Bezirksbundesmeister Thomas Schröder aus Vorst berichtete in seiner Begrüßungsrede von folgendem Vorhaben: „Jede Bruderschaft bekommt zwei Schwenkfahnen gratis zur Verfügung gestellt mit der Aufschrift „Wir sagen Danke an die Blaulichtfamilie“.
Diese Initiative ist die Antwort der Schützen auf den Trend, dass Helfer immer häufiger im Einsatz angegangen werden. Für Bürgermeister Christian Horn-Heinemann war der Besuch ein Heimspiel, schließlich ist er Mitglied der Holzbüttger Bruderschaft. Er wünschte eine ruhige Hand beim bevorstehenden Schießen. Marius Netzer ist Bezirksjungschützenmeister. Er begrüßte unter anderem die Repräsentanten der Schützenjugend.
Einige Stunden später waren ihre Nachfolger ermittelt. Der neue Bezirksprinz heißt Jannes Schmitz aus Stürzelberg. Simon Amann aus Driesch ist der neue Bezirksschülerprinz. Der Bezirksbambiniprinz heißt Oliver Lin.
Und die Jungschützen der Driescher Bruderschaft setzten sich als beste Mannschaft gegen die Konkurrenz durch. Bezirksschießmeister Wilfried Schlösser aus Rosellerheide-Neuenbaum leitete die Schießwettbewerbe. Sebastian Corsten, Brudermeister der Holzbüttger Schützen, lachte mit der Sonne um die Wette: „Wir haben tolles Wetter bestellt und es auch geliefert bekommen.“ Und das war nicht das Einzige, worüber er sich freute: „Schön zu sehen, dass unsere Gemeinschaft lebt. Hier entstehen Freundschaften, hier entsteht Zusammenhalt – das ist wichtiger denn je – und hier wird Verantwortung übernommen.“
Die Gesellschaft brauche Menschen, die sich einbringen. Die Gastgeber zeigten sich nicht kleinlich – ganz im Gegenteil: Das Bundesfanfarenkorps Neuss-Furth spielte in voller Mannstärke auf, spielte endlich wieder die Musik, die die Schützen einen Herbst und einen Winter lang vermisst hatten.

