Kaarst – Im vergangenen Jahr hat Matthias Kabbe, Schriftführer der Kaarster St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft, erstmals aktiv am großen Neusser Schützenfest teilgenommen. Dort hörte er von einer eigenen App des Neusser Bürger-Schützen-Vereins und dachte sich: Das brauchen wir auch in Kaarst. Am vergangenen Freitag stellte Kabbe die neue App im Rahmen der Chargiertenversammlung der Bruderschaft vor. „Wir möchten die Bruderschaft digitaler und erlebbarer machen“, erläuterte er.
Im Oktober startete Matthias Kabbe gemeinsam mit App-Entwickler Julian Rittmann das Projekt. Ziel ist es, alle Informationen an einem Ort zu bündeln, die Kommunikation untereinander zu vereinfachen und offene Fragen zu klären. „Unser Ziel war es, Tradition nicht nur zu bewahren, sondern sie aktiv in die Zukunft zu führen“, erklärt Kabbe: „Mit der App schaffen wir einen Ort, an dem alles zusammenläuft – modern, klar strukturiert und für jeden zugänglich.“ Für die technische Umsetzung sorgte Julian Rittmann. Wichtig war den beiden Initiatoren, die App noch vor dem Schützenfest auf den Markt zu bringen. „Sie ist bereits ein sehr starkes Grundkonstrukt und weit in der Entwicklung“, so der Schriftführer. Den Prozess vom ersten Termin im Oktober bis zum Startschuss am vergangenen Freitag beschreibt Kabbe als „extrem intensiv“: „Ohne Julian wäre das in dieser Form nicht möglich gewesen.“ Ideen, um die App noch weiter nach vorne zu bringen, würden noch „in der Schublade liegen“.
Das „Herzstück“ der Anwendung ist ein eigener Schützenfestbereich mit integriertem Countdown bis zum Beginn des nächsten Volks- und Heimatfestes. Nutzer finden dort Informationen rund um das aktuelle Königshaus, dessen Spendenaktionen sowie detaillierte Einblicke in Programme, Abläufe und Zugwege. Und wer die App bereits heruntergeladen und sich den Zugweg für den Kirmesmontag (15. Juni) angesehen hat, wird bemerkt haben, dass es dort eine Änderung gibt. „Wir sparen uns den Weg über die Ritterstraße und Neusser Straße“, erklärte Bruderschafts-Geschäftsführer Stefan Stamm den Chargierten. Die Paradeaufstellung auf der Maubisstraße wird um eine halbe Stunde nach hinten verlegt (17.30 Uhr), weil die Musikkapellen und Tambourcorps erst dann zur Verfügung stehen, erklärte Schützenmeister Christian Guder.
Zurück zur Bruderschafts-App. Das Angebot wird durch aktuelle Nachrichten und Ankündigungen und eine umfassende Terminübersicht über das gesamte Jahr ergänzt. In einem integrierten Archiv werden alle Schützenkönige seit dem Jahr 1878 dokumentiert und so ein Stück gelebte Bruderschaftsgeschichte digital erlebbar gemacht. Auch Dokumente wie Aufnahmeanträge können über die App heruntergeladen werden.
Auch wirtschaftlich geht die Bruderschaft mit der App neue Wege. Erstmals wird es einen digitalen Ticket-Vorverkauf für das Schützenfestzelt geben. Über die App können Besucher ein Drei-Tages-Ticket zum Sonderpreis von 30 Euro erwerben. Denn in diesem Jahr erhöht die Bruderschaft den Eintritt ins Festzelt am Samstag auf 15 Euro.
Die Initiatoren verstehen die aktuelle Version der App als Startpunkt, sie soll kontinuierlich weiterentwickelt werden – insbesondere auf Basis von Rückmeldungen aus der Gemeinschaft. „Wir brauchen Euer Feedback“, appellierte Kabbe an die Chargierten. Über die App können die Nutzer Anregungen und Wünsche äußern. „Ich wünsche mir, dass wir in zehn Jahren eine Bruderschaft sind, die modern kommuniziert, ohne ihre Wurzeln zu verlieren“, sagt Julian Rittmann. „Als Bruderschaft in den App-Store zu kommen, ist gar nicht so einfach“, erklärte Stefan Stamm: „Es war ordentlich aufwendig, da steckt viel Power hinter“, wandte sich Stamm an die Initiatoren.

