Neuss – Die Feuerwehr Neuss hat einen neuen Chef: Mit sofortiger Wirkung und für die Dauer von sechs Jahren wurde Markus Brüggen an die Spitze der Freiwilligen Feuerwehr mit hauptamtlichen Kräften, wie die in Neuss etablierte Konstruktion offiziell heißt, gestellt. Die Bestellung erfolgte am Freitag durch den Rat und auf Empfehlung von Kreisbrandmeister Michael Wolff. Der hatte Mitte März die Angehörigen aller Löschzüge angehört und um ihre Haltung zu diesem Personalvorschlag gebeten. Dabei sei „kein Widerstand erkennbar gewesen“, sagte Bürgermeister Reiner Breuer, der noch in der Sitzung Brüggen die Ernennungsurkunde aushändigte.
Die Ernennung wäre rechtlich nicht nötig gewesen, denn Brüggen ist bereits seit Anfang des Jahres Leiter des Amtes für Brandschutz und Rettungswesen der Stadt und damit Nachfolger von Joachim Elblinger. Die persönliche und fachliche Eignung Brüggens, die in einem solchen Anhörungsverfahren festgestellt werden soll, ist damit schon evident. Aber Brüggen wollte die Anhörung – als Akt der Kameradschaft und der Transparenz.
Der neuen Dienststellung – als Stadtbrandmeister ist Brüggen Vorgesetzter von aktuell 86 Feuerwehrbeamten und rund 300 Angehörigen der freiwilligen Wehr – folgte im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung noch eine Beförderung des städtischen Oberbrandrates. Die ergibt sich schlicht aus der größeren Verantwortung.
Brüggen ist 49 Jahre alt und lebt in Uedesheim. Er ist ein Kind der Feuerwehr, denn er trat schon im Alter von 14 Jahren in die Jugendfeuerwehr Neuss ein. Nach seinem Studium und einem Berufseinstieg bei der Feuerwehr Mönchengladbach kam er 2006 als Feuerwehrbeamter nach Neuss und rückte 2016 zum stellvertretenden Stadtbrandmeister auf.
Vor ihm liegt die Aufgabe, den Brandschutzbedarfsplan bis 2032 fortzuschreiben. Dabei kann er seine Strategie erstmals auf zwei mit hauptamtlichen Kräften besetzte Standorte stützen, denn die Wache Süd in Hoisten wurde gerade offiziell in Dienst gestellt . Damit verbunden ist die Notwendigkeit, die Zahl der Hauptamtlichen auf zunächst 100 Köpfe aufzustocken. Brüggens Verantwortung – sie wird nicht kleiner.

