Norf – Die St.-Andreas-Schützenbruderschaft Norf hat das Festjahr zur Feier ihres 125-jährigen Bestehens abgeschlossen. Und nachdem im Jubiläumsjahr bereits etliche – man könnte sagen bahnbrechende – Veränderungen auf den Weg gebracht wurden, überlegte sich der Verein auch für den Patronatstag eine Neuheit: Erstmals wurde er auf den Samstag vorgezogen und mit dem Andreasmarkt im Schatten der katholischen Kirche kombiniert. Ganz behutsam und schon vor zwei Jahren war Andreas Kaiser, Ehrenbezirksbundesmeister und Motor im Jubiläums-Orga-Team, dazu auf die kirchlichen Gremien zugegangen.
Verbindungsglied zwischen beiden Veranstaltungen war ein Großer Zapfenstreich, der am Abend vom Musikverein „Frohsinn” Norf und dem Tambourcorps „Germania“ Norf auf dem Gelände der Müggenburg intoniert wurde. Von dort aus mischten sich die – an den Kopfbedeckungen der Korps leicht zu erkennenden – Schützen unter die große Menschenmenge in der Budenstadt des Andreasmarktes. Angesichts des Gewimmels musste man sich fragen, warum der WDR dieses adventliche Event zum „Geheimtipp“ hatte erklären können.
Eröffnet wurde das Patrozinium aus Anlass des Andreastages (30. November) noch ganz klassisch – nämlich in der Aula der Gesamtschule Norf. Martin Flecken, Präsident des Neusser Bürger-Schützen-Vereins, hatte seine Kameraden vom Schützenlustzug „Nur so“ schon einmal alleine auf Zugfahrt geschickt, denn er war an diesem Tag zunächst in Norf als Festredner geladen. Unterhaltsam, so bestätigte ihm im Anschluss Vereinssprecher Michael Esser, vermittelte er seine Ansicht über Trennendes und Verbindendes zwischen Norf und Neuss. Und duldsam, könnte man hinzufügen, ertrug er die Rekelei von Andreas Steinfort, dem stellvertretenden Brudermeister, der mit Blick auf die Kommunalreform 1975 feststellte: „Neuss hätte auch ein schöner Vorort von Norf sein können.“
Bevor das Regiment sich zum Besuch des Hochamtes aufstellte, verlieh Brudermeister Dominik Sleziona als Höhepunkt der Festversammlung Ehrenbezirksbundesmeister (und 2025 auch Königsanwärter ) Andreas Kaiser für seinen unermüdlichen Einsatz im Verein und besonders im Jubiläumsjahr den St.-Andreas-Orden, die höchste Auszeichnung, die die Norfer Bruderschaft verleihen kann.
Mit dem Zapfenstreich (und dem einen oder anderen Glas Glühwein) endete das Jubiläumsjahr der Bruderschaft. Die hatte sich im Mai mit mehr als 80 Prozent Zustimmung für einige Satzungsänderungen ausgesprochen, unter denen die Öffnung der Bruderschaft für Frauen besonders hervorstach . Und progressiv soll es weitergehen. So hat der offene „Arbeitskreis 2026+“ einige Ideen zur Veränderung der Festfolge entwickelt, die bei der Generalversammlung im Mai noch einmal zurückgestellt worden waren.

