Oli­ver Nowack // NGZ // 14.04.2026

Pfer­de­züch­ter über­nimmt Kom­mando bei Fur­ther Schützen
Wil­fried Moos­bauer freut sich auf seine erste Kir­mes als Oberst des Fur­ther Schüt­zen-Regi­ments. Foto: St. Büntig
Im Februar hatte Hei­ner Rin­ges (l.) nach 26 Dienst­jah­ren sein Amt abge­ge­ben. Foto: Bruderschaft
Wil­fried Moos­bauer züch­tet die größ­ten Pferde der Welt und ist jetzt Oberst der Schüt­zen­bru­der­schaft. Sein Adju­tant musste erst im Sat­tel bestehen. Foto: privat

Nord­stadt – Sehr ner­vös wirkt er nicht, der neue Oberst der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Neuss-Furth . Und das, obwohl Wil­fried Moos­bauer mit sei­ner Wahl in große Fuß­stap­fen getre­ten ist. Zuvor hatte näm­lich Hei­ner Rin­ges 26 Jahre lang das Amt des Regi­ments­chefs in der Nord­stadt inne.

Pas­send zur gro­ßen, kräf­ti­gen Sta­tur bringt Moos­bauer eine große Por­tion Selbst­ver­trauen und Gelas­sen­heit mit: „Die Auf­ga­ben als Oberst sind nur teil­weise etwas Neues für mich“, erklärt er. „Ich kenne die Abläufe ja schon seit vie­len Jah­ren, war lange Major. Und außer­dem ist Hei­ner immer noch im Ver­ein und unter­stützt uns.“ Dafür ist Moos­bauer ihm sehr dankbar.

Seine Frau brachte ihn zum Verein

Zum Neus­ser Schüt­zen­we­sen kam Moos­bauer über Umwege. Er wuchs als eines von neun Geschwis­tern auf einem Bau­ern­hof im Land­kreis Frey­ung-Gra­fenau in Nie­der­bay­ern auf. Von 1979 bis 1982 absol­vierte er eine Lehre zum Betriebs­schlos­ser und lernte früh, kom­plexe Auf­ga­ben und Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men. Einige Jahre spä­ter wurde Moos­bauer Mon­ta­ge­lei­ter und kam als sol­cher 1987 nach Neuss. Hier lernte er seine spä­tere Ehe­frau Gaby ken­nen. Über sie kam Moos­bauer mit den Schüt­zen in Kon­takt. „Sie ist hier auf­ge­wach­sen, hat mich Freun­den vor­ge­stellt und so wei­ter. Ich ver­stand, dass es hier Usus ist, als jun­ger Mann Schütze zu wer­den“, erklärt der Nie­der­bayer, fügt aber auch an: „Es war am Anfang schon etwas merkwürdig.“

Aber es dau­erte nicht lange, bis er die Gemein­schaft und Mit­mensch­lich­keit der Schüt­zen lieb gewann. Mitte 1999 wurde er Huber­tus­schütze und somit zugleich Mit­glied der Fur­ther Schüt­zen­bru­der­schaft. Im Jahr 2000 zog er das erste Mal in Uni­form zur Parade auf.

Schüt­zen­kö­nig und Major

2004 führte er als Leut­nant erst­ma­lig den Zug an. Mit gro­ßer Freude denkt der 61-Jäh­rige an diese Zeit zurück: „Es waren tolle, herz­li­che Zei­ten.“ Was ihm damals wie heute so am Ver­ein gefällt: „Wir begeg­nen den Men­schen auf Augen­höhe. So funk­tio­niert Schüt­zen­schaft. Wir hel­fen den Schwa­chen und brem­sen not­falls auch mal die Star­ken ein.“

Gespürt hat Moos­bauer diese „tiefe Herz­lich­keit“ auch als Schüt­zen­kö­nig des Jah­res 2008 / 2009 auf der Furth. „Wir wur­den total getra­gen von allen Mit­men­schen und dem Ver­ein“, schwärmt er. „Es war ein­fach Wahn­sinn.“ Als seine Regent­schaft endete, kam es kurz zu Glücks­trä­nen, erin­nert er sich.

Beson­ders stolz erzählt Moos­bauer auch von sei­ner Zeit als Major bei den Huber­tus­schüt­zen von 2009 bis 2024: „Es gab nicht ein schrä­ges Wort aus den eige­nen Reihen.“

Der Mann mit den gro­ßen Pferden

Wil­fried Moos­bauer hat neben dem Ver­ein aber noch eine große Lei­den­schaft: Pferde. Die Liebe zu die­sen Tie­ren ent­stand schon in der Jugend. Neu ent­flammt wurde sie, als Moos­bauer 2007 beim Sat­tel­fest des Fur­ther Artil­le­rie­corps wie­der auf dem Rücken eines Pfer­des saß.

Als Moos­bauer acht Jahre spä­ter – auch aus gesund­heit­li­chen Grün­den – seine 1991 gegrün­dete Firma ver­äu­ßerte und nach einer neuen Lebens­auf­gabe suchte, ent­deckte seine Frau Shire Hor­ses, die größte Pfer­de­rasse der Welt. „Wir hat­ten uns vor­her schon andere Pferde ange­schaut, aber die waren zu schmal für einen kräf­ti­gen Her­ren“, schil­dert Moos­bauer die Suche.

Aus der Liebe zu den „sanf­ten Kalt­blü­tern“ ergab sich bald das Dasein als Pfer­de­züch­ter – erst in Neuss-Weck­ho­ven auf Gut Neu­höf­gen, inzwi­schen in Vier­sen. Heute küm­mert sich das Ehe­paar um viele Pen­si­onstiere und hat zwölf eigene – eines davon ist für die mitt­ler­weile drei Enkel­söhne gedacht.

Beim Schüt­zen­fest der Bru­der­schaft Ende Mai wird der Pfer­de­lieb­ha­ber aber nicht auf dem Rücken eines Shire Hor­ses sit­zen – wenn­gleich er sie „den Wohl­fühlstuhl für Rei­ter“ nennt. Wie sei­nem Vor­gän­ger ist ihm das Tier­wohl wich­tig. Daher würde beson­ders auf die Sicher­heit der Gäste, Ver­eins­mit­glie­der und Tiere geach­tet und auf trai­nierte Pferde im Umzug gesetzt.

Freude über die neue Aufgabe

Wo er zu Hause ist, beant­wor­tet der Nie­der­bayer ein­deu­tig: „Unser Lebens­mit­tel­punkt ist die Furth.“ Schließ­lich seien Freunde, die Fami­lie und der Ver­ein hier. „Es ist wirk­lich bemer­kens­wert, was das Umfeld einem geben kann“, sagt der Oberst auch in Rich­tung der Neus­ser sowie sei­nes Ver­eins und Komi­tees. Beson­ders aber dankt er sei­ner Frau Gaby: „Sie hat mich immer unter­stützt.“ Auch als er als Oberst kan­di­dierte, besprach Moos­bauer das vor­her mit sei­ner Frau.

Jetzt freut sich der frisch gewählte Höchst­char­gierte aber erst mal auf die kom­men­den Ter­mine. Dabei sei das Mit­ein­an­der am Ende wich­ti­ger als Orden oder Uni­form, sagt er. Mit beson­de­rer Freude blickt der 61-Jäh­rige dabei auf den Oberst­eh­ren­abend am 9. Mai, an dem er erst­mals den Gro­ßen Zap­fen­streich kom­man­die­ren und Michael Wil­bertz zu sei­nem Adju­tan­ten ernen­nen wird. Zuvor musste sich die­ser einem beson­de­ren Test stel­len und auf einem von Moos­bau­ers Pfer­den aus­rei­ten. „Er kam im Sat­tel zurück“, sagt der Oberst – und hatte bestan­den. Denn: „Beim Rei­ten wie im Ver­ein braucht es Cool­ness und starke Nerven“.

 

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Mit herz­li­chem Schüt­zen­gruß
Ihr Bezirks­ver­band Neuss

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