Driesch – Das Schützenfest Driesch war von der Sonne verwöhnt. Das wirkte sich positiv auf die Stimmung und die Besucherzahlen aus. Bereits am Freitagabend konnte ein Besucherrekord verzeichnet werden, am Samstag war das Zelt mindestens genauso voll, und am Sonntag stand Schützenkönig André I. Altmann im Mittelpunkt beim großen Krönungsball. Am Vormittag hatte er bereits verkündet, dass er auf Orden verzichtet habe und es am Nachmittag eine Hutsammlung für die Edelknaben und das Tomasz Kinder- und Jugendhospiz geben werde.
„Freitag, 8. Mai, 19.48 Uhr und 23 Sekunden“, so hätte Dieter Thomas Heck den Einmarsch der Klangkörper „Blüh auf“ Glehn 1953 und „In Treue fest“ Grimlinghausen angekündigt. Ein stattliches Regiment zog ein, so groß wie seit Jahren nicht mehr, und die Jugend nutzte die Abwechslung gerne. Der Freitag hat sich zu ihrem Tag gemausert, und weil das so ist, fand die Krönung von Jungschützenkönig Jan I. Konnertz bereits am Freitag statt. Nicht nur sein Gefolge, sondern auch die anderen Jugendlichen und jungen Erwachsenen hatten sich schwer in Schale geworfen und machten damit deutlich, dass ihnen das Sommerbrauchtum sehr am Herzen liegt.
Am Sonntag wurden die beiden neuen Züge auf die Bühne gebeten. Die Jungs von „Kluthis Boschte“ und „HackeDriesch“ bekamen die St. Aldegundis-Anstecknadel als Willkommensgruß verliehen. Andere, zum Teil sehr hohe Auszeichnungen, sollten folgen. Franz Krefft ist seit 25 Jahren Driescher Schütze, Michael Heines ist seit 40 Jahren dabei, auf eine 50-jährige Mitgliedschaft können Rainer Cohnen und Rolf Neis zurückblicken. Mit stehenden Ovationen wurde Franz-Günther Schmitz auf die Bühne geleitet: Er ist seit 70 Jahren Driescher Schütze, war zweimal Minister und einmal Schützenkönig. Über den Aldegundis-Orden freuten sich Tim Bonsack, Luca Kamara, Gerlinde Heil und Sascha Cohnen. Am Sonntagnachmittag wurde die Ehrengabe der St. Aldegundis-Bruderschaft an Christoph Demuth überreicht – er war 20 Jahre lang im Ort der Darsteller des St. Martin. Den Hohen Bruderschaftsorden bekam Hubert Hagen verliehen. Er war zweimal Schützenkönig, kümmert sich um die Schießsportanlage und hatte im vorigen Jahr, als das Zelt zur Generalversammlung am Sonntag vor dem Schützenfest noch nicht aufgebaut worden war, spontan in seinen Partyraum eingeladen. Die höchste Auszeichnung, das Schulterband zum Sebastianus Ehrenkreuz, ging an den Präsidenten und Brudermeister Günther Urban.
Eine Auszeichnung hätte sicher auch Minister Dirk Salewski verdient. Er kümmert sich nicht nur in seinem Ministerjahr um die Zusammenarbeit mit den städtischen Ämtern, weiß, wie die Pitagone und die Oktagone, die das Einfahren von Autos auf den Festplatz verhindern sollen, gehandhabt werden, und er hält einen guten Kontakt zum Ordnungsamt. Kein Cannabisgeruch, keine Schlägerei, in Driesch feiert man friedlich. Und die Preiserhöhung bei Bier führte nicht dazu, dass dem Gerstensaft weniger zugesprochen wurde als sonst. Beim Schießen der ehemaligen Schützenkönige hatte sich Martin Aman gegen die Konkurrenz durchgesetzt, die Schützenmajestät des Jahres 2025.
Am Montag, 11. Mai, klingt das Schützenfest gegen 18 Uhr mit dem Umzug durch den Ort und der ersten Parade vor den neuen Majestäten aus. Der Brudermeister geht fest davon aus, dass es einen Kandidaten geben wird – um 12 Uhr wird man mehr wissen. Bereits um 11.30 Uhr wird der neue Jungschützenkönig ermittelt.

