STEPHAN SEEGER // NGZ // 09.12.2025

Solar­an­lage für die Pampusschule
Hans-Peter Kal­len und Ste­fan Rei­nelt von der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Bütt­gen freuen sich über die Instal­la­tion der PV-Anlage auf dem Dach der Pam­pus­schule. Foto: Mela­nie Zanin

Bütt­gen – Die Liste der denk­mal­ge­schütz­ten Gebäude auf Kaars­ter Stadt­ge­biet umfasst ins­ge­samt 50 Bau­denk­mä­ler – 26 davon sind „echte“ Gebäude, der Rest Wege­kreuze, Ehren­mä­ler oder Bild­stö­cke. Allein sie­ben die­ser denk­mal­ge­schütz­ten Gebäude ste­hen in Bütt­gen. Und in dem Orts­teil gibt es nun eine Pre­mière: Denn als ers­tes denk­mal­ge­schütz­tes Gebäude in Kaarst ist auf dem Sat­tel­dach der Pam­pus­schule eine Pho­to­vol­taik-Anlage instal­liert wor­den. 24 Solar­mo­dule wur­den Anfang Dezem­ber bin­nen drei Tagen instal­liert und sol­len ab Januar dafür sor­gen, dass die Pam­pus­schule zu 74 Pro­zent aut­ark ist.

Das erklä­ren Hans-Peter Kal­len und Ste­fan Rei­nelt von der Sankt-Sebas­tia­nus-Schüt­zen­bru­der­schaft Bütt­gen im Gespräch mit unse­rer Redak­tion. Im Jahr 2003 hat die Bütt­ge­ner Schüt­zen­bru­der­schaft die Trä­ger­schaft für die Pam­pus­schule über­nom­men. „Wir sor­gen dafür, dass die Schule in einem guten Zustand bleibt“, erklärt Kal­len. Die erste Anfrage für eine PV-Anlage stellte die Bru­der­schaft bereits im Jahr 2020, damals hatte die zustän­dige Behörde eine Instal­la­tion aller­dings ver­bo­ten. Im Februar die­ses Jah­res wurde die Bru­der­schaft dann von einem städ­ti­schen Mit­ar­bei­ter gefragt, wie es denn mit einer PV-Anlage aus­sehe. Denn das Denk­mal­schutz­ge­setz NRW erlaubt seit 2022, auf Bau­denk­mä­lern eine PV-Anlage errich­ten zu kön­nen. In Para­graf 9 „Erlaub­nis­pflich­ten bei Bau­denk­mä­lern“ heißt es dort: „Die Erlaub­nis (…) ist zu ertei­len, wenn Belange des Denk­mal­schut­zes nicht ent­ge­gen­ste­hen oder ein über­wie­gen­des öffent­li­ches Inter­esse die Maß­nahme ver­langt. Bei der Ent­schei­dung sind ins­be­son­dere auch die Belange des Woh­nungs­baus, des Kli­mas, des Ein­sat­zes erneu­er­ba­rer Ener­gien sowie der Bar­rie­re­frei­heit ange­mes­sen zu berück­sich­ti­gen.“ Heißt im Klar­text: Kli­ma­schutz geht vor Denkmalschutz.

Hans-Peter Kal­len holte sich „Grü­nes Licht“ von der Bru­der­schaft und stellte erneut einen Antrag, Ende August erteilte die Stadt die Frei­gabe, im Okto­ber beschloss der Stadt­rat die Instal­la­tion der Module. „Es ist das erste denk­mal­ge­schützte Gebäude der Stadt, da sind wir ein biss­chen stolz drauf“, erklärt Kal­len, der dank­bar für die Unter­stüt­zung der Stadt Kaarst ist. Die 1902 errich­tete Pam­pus­schule ist das älteste Schul­ge­bäude der Stadt Kaarst und steht seit 1984 in der Denk­mal­liste. 1967 ver­ließ die katho­li­sche Volks­schule das Gebäude und zog in die Schule an der Huber­tus­straße um. Von 2000 bis 2002 wurde die Pam­pus­schule von der Stadt für rund 846.000 Euro saniert, dann über­nahm die St.-Sebastianus-Bruderschaft Bütt­gen die Trä­ger­schaft. Die Nutz­flä­che des Gebäu­des beträgt 1135 Qua­drat­me­ter, von denen 328 für die Schüt­zen zur Ver­fü­gung ste­hen. Denn: Auch die VHS (252 Qua­drat­me­ter) und die Katho­li­sche Öffent­li­che Büche­rei (183 Qua­drat­me­ter) sind seit dem Jahr 1981 fes­ter Bestand­teil der Pampusschule.

Die Bru­der­schaft ver­mie­tet ihre Räum­lich­kei­ten am Wochen­ende für diverse Ver­an­stal­tun­gen wie Geburts­tage, Fir­men­events, Ver­eins­fei­ern, Hoch­zei­ten, Tau­fen oder Kom­mu­nion bezie­hungs­weise Kon­fir­ma­tion, die Ver­mie­tungs­quote liegt bei 80 Pro­zent. „Wir schauen, dass wir nur eine Ver­an­stal­tung pro Wochen­ende zulas­sen“, erklärt Ste­fan Rei­nelt, Pres­se­wart der Bru­der­schaft. Unter der Woche liegt die Quote bei rund 45 Prozent.

Die Miet­ein­nah­men steckt die Bru­der­schaft sich aller­dings nicht in die eigene Tasche, son­dern reinves­tiert diese in die Schule selbst. So wur­den nach der Corona-Pan­de­mie ver­schie­dene Sanie­run­gen vor­ge­nom­men, unter ande­rem neue Fens­ter im Dach­bo­den instal­liert, der Boden im Saal erneu­ert, Maler­ar­bei­ten in der gesam­ten Schule durch­ge­führt und eine neue Laut­spre­cher­an­lage und Vitri­nen beschafft. Auch die Pho­to­vol­ta­ik­an­lage wurde nun von die­sen Ein­nah­men finan­ziert. „Die Kos­ten dafür hat die Bru­der­schaft getra­gen. Das ist nur dank des ehren­amt­li­chen Enga­ge­ments unse­rer Schüt­zen mög­lich“, erklärt Kallen.

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Mit herz­li­chem Schüt­zen­gruß
Ihr Bezirks­ver­band Neuss

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