Nordstadt – Das Amt kann Wilfried Moosbauer von Heiner Ringes übernehmen, den Waffenrock allerdings nicht. Denn den neuen und den alten Oberst der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Neuss-Furth eint zwar die Liebe zum Reitsport, aber es trennen sie einige Konfektionsgrößen. Trotzdem wird Moosbauer keine neue Montur bestellen müssen, denn er war – offenbar den Wechsel an der Spitze des Regimentes schon im Blick – im Vorjahr zum Regiments-Adjutanten avanciert. Den Waffenrock hat er also schon.
Vollzogen wurde der Wechsel bei der Mitgliederversammlung der Bruderschaft am Freitagabend im Papst-Johannes-Haus. Die 188 stimmberechtigten Schützen mussten einige Veränderungen im Komitee organisieren aber auch über eine Beitragserhöhung von 20 Prozent befinden, die im Protokoll mit „moderat“ beschrieben wird.
Schützenpräsident Jochen Hennen stellte zunächst den neu zusammengesetzten Jungschützenvorstand vor. An der Spitze stehen Jungschützenmeister Hendrik Hennen und sein Stellvertreter Malte Büssing, der auch in das Komitee aufgenommen wurde. Kassierer Yannik Hüsgen, Schriftführer Timo Heiser und die Beisitzer Nikolaus Tieves und Marvin Erz komplettieren die Riege.
Auch im Komitee gab es Veränderungen: Stefan Reiß (stellvertretender Schützenmeister) und Oliver Lebioda (Beisitzer) bleiben zwar, was sie waren, doch wurde mit Nico Strauch ein neuer Pressesprecher und mit Jochen Nitschke, aktuell amtierender Schützenkönig, ein neuer Zelt- und Platzwart gewählt. Er folgt auf Michael Feldmann, den Prinz Karneval der gerade beendeten Session, der anstelle von Thomas Brockers künftig als zweiter Brudermeister fungiert.
Brockers war 26 Jahre im Komitee, so lange, wie Heiner Ringes Oberst und Regimentschef war. Ringes hatte zwar bei seinem Silber-Jubiläum im Mai 2024 nicht ausgeschlossen, sich 2026 noch einmal turnusmäßig zur Wahl zu stellen, doch trat jetzt doch ab. 1966 hatte der heute 68-Jährige seine Schützenlaufbahn bei den Edelknaben begonnen, war seit 1972 aktiv im Zug „Kolpingjäger“ und von 1980 bis 1999 Jäger-Adjutant. Dann stieg der selbstständige Maler und Lackierer zum Höchstchargierten des Korps auf.
Auf den Jäger Ringes folgt mit Wilfried Moosbauer ein Hubertusschütze in das Amt des Obristen. Moosbauer, Schützenkönig des Jahres 2008/09 und Ehrenmajor des Hubertuskorps, ernannte Michael Wilbertz zu seinem Adjutanten. Auch der ist Hubertusschütze. Ihren ersten öffentlichen Auftritt wird die Regimentsspitze vom 23. bis 26. Mai beim Schützenfest haben – vielleicht auf dem Rücken eines Shire-Horses. Pferde dieser englischen Rasse züchtet Moosbauer seit Jahren – und seit 2018 in Viersen.

