Die St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Neuss-Furth begeht am Sonntag den Ehrentag ihres Schutzpatrons. Auf ihrer ersten Versammlung wird dann auch direkt gefragt, ob in diesem Jahr Schützenfest gefeiert werden soll.
Die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Neuss-Furth steht vor einem spannenden Jahr. So manches Neues an wichtigen Stellen erwartet sie. „Und Spannung bedeutet für mich auch immer Vorfreude“, sagt Präsident Jochen Hennen.
Konkret sind hier vor allem zwei Veränderungen zu erwähnen: Oberst Heiner Ringes wird bei der Jahreshauptversammlung im Februar nach 26 Jahren im Amt nicht erneut kandidieren; ein Nachfolger ist zumindest öffentlich noch nicht benannt. Somit wird zum Schützenfest an Pfingsten nach einer langen Ära ein neuer Regimentschef die Schützen anführen. Außerdem wird dann eine lang vorbereitete Änderung im Festablauf endgültig greifen: Zum ersten Mal wird während des Schützenfestes der nächste Schützenkönig ermittelt. „Von Freitag bis Montag bleibt das Programm wie im Vorjahr. Am Dienstag dann werden wir ab 13.30 Uhr unsere neuen Repräsentanten ermitteln. Am Abend gibt es dann einen festlichen Abschluss mit Zapfenstreich“, berichtet Hennen.
Für den amtierenden Schützenkönig Jochen Nitschke und seine Königin Natascha bedeutet das zwei Schützenfeste in Amt und Würden. „Die beiden gehen in ihrem Amt auf. Sie besuchen jede Veranstaltung, die sich ihnen bietet, und sind zwei sehr gute Repräsentanten“, lobt Hennen das Königspaar. Ihre Krönung wurde nach dem neuen Ablaufplan bereits nicht mehr am Schützenfestdienstag gefeiert, sondern steht noch bevor: am 25. April, vier Wochen vor der Kirmes. Das war bisher der Termin des Vogelschießens und wird nun der des Krönungsballs sein. Zwei Wochen später, am 9. Mai, folgt dann der Oberstehrenabend – wie erwähnt, zu Ehren eines neuen Obersts.
Am vergangenen Wochenende hat sich das Komitee der Bruderschaft bei einer Klausurtagung auf das besondere Jahr vorbereitet. Es beginnt traditionell mit dem Patronatsfest zu Ehren ihres Schutzheiligen St. Sebastianus am kommenden Sonntag, 25. Januar. Auch hier steht eine Première bevor, doch zunächst treffen sich die Further Schützen um 9.30 Uhr zur Heiligen Messe in der Kirche St. Josef, die von Präses Hans-Günther Korr zele- briert wird. Anschließend zieht das Regiment mit Musik zum Festzelt auf dem Kirmesplatz, wo gegen 11 Uhr das weitere Programm beginnt. Als Festredner hat die Bruderschaft in diesem Jahr den Neusser Oberst Bernd Herten eingeladen. „Wir suchen uns immer einen Gast, der Schützenwesen und Gesellschaft gut verbinden kann, und dafür steht Bernd Herten. Er wird uns einen Blick von einem größeren Schützenfest auf die Furth geben, was sicher interessant sein wird – und unterhaltsam ist er ja in der Regel auch“, sagt Jochen Hennen über die Wahl des diesjährigen Redners.
Darüber hinaus werden die anwesenden Schützen ein weiteres Mal aufmerksam lauschen müssen. Denn die Veränderungen rund um Vogelschuss und Festablauf wirken sich nun auch auf die Gestaltung des Patronatstags aus: Schützenmeister Johannes Platen wird bereits jetzt die „Zog-Zog-Frage“ stellen, ob Schützenfest gefeiert werden soll. Bislang wurde sie erst beim Königs- und Oberstehrenabend gestellt. Erst recht ein Anlass, dass möglichst zahlreich die Schützen am Patronatstag teilnehmen.
Die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Neuss-Furth wird vom Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften mit dem Anno-Santo-Kreuz geehrt. Anlass ist ihre Pilgerreise im vergangenen Jahr nach Rom. Bereits vor fünf Jahren war die Bruderschaft dort, und damals kam die Idee auf, zum Heiligen Jahr 2025 wiederzukommen. Unter den 35 Teilnehmern waren somit auch ein paar „Wiederholungstäter“, die bei der Audienz im Vatikan in ihrem Leben sogar schon einen zweiten Papst persönlich begegnen konnten.
Auf ihrer sechstägigen Reise durchschritten die Schützen alle vier heiligen Pforten – nur die von Papst Franziskus zusätzlich eröffnete Pforte im Gefängnis Rebibbia nicht. „Es war eine Reise mit inte- ressanten, spirituellen Begegnungen und Ereignissen“, erzählt Präsident Jochen Hennen, der bereits zum zweiten Mal nach Rom pilgerte. Untergebracht war die Reisegruppe in einem von Nonnen geführten Haus. Trotzdem gab es auch Zeit für weltliche Momente bei Ausflügen, Stadtbesichtigungen und den gemeinsamen Abenden. stef

