Klaus Nie­hörs­ter // NGZ // 16.03.2026

„Wir wol­len Kin­der und  Jugend­li­che mit ins Boot nehmen“
Auf Tuch­füh­lung mit ech­ten Schüt­zen: Fami­lie Wieß­mann (rechts) mit Nor­bert Fer­reira und Marius Kaschub­ow­sky v.l.). Foto: Georg Salzburg

Nord­stadt – Es war ein beson­de­rer Tag für die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Neuss-Furth. Am Wochen­ende stellte sie sich Inter­es­sier­ten im Ale­vi­ti­schen Gemein­de­zen­trum an der Kaars­ter Straße vor.

Jeder Besu­cher sollte sich dabei eine eigene Mei­nung bil­den – ein Anlie­gen der Schüt­zen war es jedoch, die The­men Jugend­ar­beit und Nach­wuchs­ge­win­nung noch ent­schie­de­ner anzu­ge­hen. Wer noch nie etwas mit den Schüt­zen zu tun hatte, der bil­dete die ent­schei­dende Ziel­gruppe. „Los­ge­löst vom rei­nen Schüt­zen­we­sen wol­len wir heute zei­gen, wofür wir auch ste­hen“, betonte Tho­mas Scharf. Er ist Geschäfts­füh­rer der Bru­der­schaft und ver­weist auf der­zeit 1000 Mit­glie­der. Zusam­men mit Schüt­zen­mit­glied Her­bert Goe­res schul­terte er die Vor­be­rei­tun­gen für die­sen Tag. Par­al­lel küm­mer­ten sie sich um die Orga­ni­sa­tion des Kin­der­schüt­zen­fes­tes am Pfingst­sams­tag, 23. Mai.

Schüt­zen­mit­glied Her­bert Goe­res ergänzt und prä­zi­siert: „Wir wol­len junge Fami­lien ani­mie­ren, uns ken­nen­zu­ler­nen. Schließ­lich gibt es in Furth viele Zuge­zo­gene.“ So zum Bei­spiel Muhar­rem Sahin, er ist Vor­sit­zen­der der Ale­vi­ti­schen Glau­bens­ge­mein­schaft in Neuss. „Die Schüt­zen kom­men unse­ren Über­zeu­gun­gen sehr nahe. Auch wir tole­rie­ren alle, die zu uns kom­men“, sagt er.

Schon die Kleins­ten kön­nen dabei sein

Ein wei­te­res Anlie­gen der Ver­an­stal­tung: den Besu­chern einen Ein­blick in das Schüt­zen­we­sen geben, der sonst so nicht mög­lich ist. „Sonst ste­hen die Fur­ther bei den Umzü­gen nur am Stra­ßen­rand. Heute kön­nen sie ein­mal mit­ten­drin im Schüt­zen­ge­sche­hen sein“, insis­tiert Tho­mas Scharf. Hier fin­den sie Gemein­schaft, soziale Bin­dung, Gesprä­che und kön­nen Hilfe in Anspruch nehmen.

Die Schüt­zen wol­len mög­lichst jedem ermög­li­chen, dabei sein zu kön­nen. Hier kön­nen die Jugend­li­chen unter sich sein – und in den Regi­men­tern seien Mäd­chen gerne gese­hen und kön­nen teil­neh­men. „Sobald die Klei­nen mit drei oder vier Jah­ren aus den Wickeln sind, kön­nen sie bei uns mit­ma­chen“, sagt Her­bert Goe­res. Attrak­tiv seien dann bereits die Edel­kna­ben mit ihren Grup­pen­stun­den, Aus­flü­gen und sogar mit einem Kegel­tur­nier. Reli­giöse und welt­an­schau­li­che Bar­rie­ren gebe es in der Bru­der­schaft nicht, beto­nen die Verantwortlichen.

Das war an dem Ken­nen­lern­tag für Kin­der geboten

In der geist­li­chen Halle war ein Schüt­zen­stand mit einer Ziel­scheibe auf­ge­stellt. „Ich habe eine zehn getrof­fen“, jubelte ein Kind und gab das Luft­druck­ge­wehr freu­de­strah­lend zurück. An zehn im Raum ver­teil­ten Stän­den wurde über Spaß und Spiel bei den Schüt­zen infor­miert. Das Tam­bours­corps sprach mit sei­nen blit­zen­den Instru­men­ten ange­hende Musi­ker an, das Pfei­le­wer­fen sorgte ebenso für Spaß wie das Kamel­ren­nen. Außer­dem gab es zum Bei­spiel Bas­tel­stände oder Dosenwerfen.

Wer von den Klei­nen malen wollte, fand dafür auch einen Tisch. Das Gre­na­dier­corps mit sei­nen aktu­ell 200 Akti­ven stellte seine schnei­di­gen Uni­for­men aus, die ebenso Auf­merk­sam­keit erreg­ten. „Schüt­zen sind anders“, so war über­all zu hören, und die Viel­falt ihrer Grup­pen sprach dabei eine ein­deu­tige Spra­che. Tobias Kinna Vor­sit­zen­der bei den Edel­kna­ben sagte über das Haupt­an­lie­gen des Tages: „Alle kön­nen mit­ma­chen. Wir wol­len Kin­der und Jugend­li­che mit ins Boot neh­men.“ Sie dürf­ten frei­lich keine Berüh­rungs­ängste gegen­über dem Schüt­zen­we­sen haben.

Und genau an die­ser Stelle liege immer noch das Pro­blem in vie­len Tei­len der Bevöl­ke­rung, die sich von längst wider­leg­ten Vor­ur­tei­len lei­ten lasse, kri­ti­sie­ren die Anwe­sen­den. Axel Hen­nesen, Fah­nen­haupt­mann der Schüt­zen­lust, hält kräf­tig dage­gen. „Wir sind und blei­ben Teil des gesell­schaft­li­chen Lebens auf der Neus­ser Furth“, so ist bei den Schei­ben­schüt­zen zu hören. Ihr Brauch­tum, ihr Mit­ein­an­der und ihre Gemein­schaft ver­binde die Generationen.

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Mit herz­li­chem Schüt­zen­gruß
Ihr Bezirks­ver­band Neuss

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