Norf – Mit der Generalversammlung am Maifeiertag, dem Vogelschießen tags darauf und der Frühkirmes eröffnet die Norfer St.-Andreas-Schützenbruderschaft am ersten Maiwochenende die Schützenfestsaison in Neuss. Von dem Tag an (und bis weit in den Herbst hinein) hat der Musikverein „Frohsinn“ Norf viel um die Ohren und wenig Zeit für sich selbst. Die aber will sich der Verein in diesem Jahr unbedingt nehmen, denn er wird 100 Jahre jung. Und nachdem es zum 95-Jährigen einen „musikalischen Kaffeeklatsch“ gab, wie die damals veröffentlichte CD getitelt ist, gibt es zum runden Geburtstag an diesem Wochenende ein musikalisches Bankett. Mit Party am Samstag und einem Konzert am Sonntag zur besten „Frühschoppen-Sendezeit“.
Was es intern zu sagen, zu regeln und zu verleihen gibt, passiert am Freitagabend, 24. April. Einige Spezialehrungen soll es nach den Worten des zweiten Vorsitzenden André Flöper geben, vielleicht auch etwas „Offizielles“ von der Vorsitzenden Britta Wefers. Einen Festkommers mit Gästen, die dann Reden, Ehrungen und die Verleihung von Auszeichnungen mehr oder weniger heiter „aushalten“ müssen, haben die Norfer nicht geplant. „Lasst uns feiern“ steht auf ihrem Jubiläumsplakat – und so wollen sie es auch halten.
Um nicht in die Schützenfestsaison zu rutschen, feiert „Frohsinn“ Norf eine Woche vor dem Saisonstart – aber im Festzelt. Das haben die Freunde der Andreas-Bruderschaft nämlich schon aufbauen lassen. Doch bevor es dort losgeht, erinnert der Verein an seine Anfänge. Nach einer Baumpflanzaktion am Zedernweg beginnt um 17 Uhr am Samstag (25.) ein musikalischer Umzug, der am Grab von Wilhelm Schieffer endet. Er gilt als Gründer der Kapelle, die 1926 als „Jugend-Orchester Frohsinn Norf“ gegründet wurde.
Im Zelt auf dem Kirmesplatz lassen die Musiker dann die eigenen Instrumente noch im Futteral. Die „Frohsinn goes Party“ genannte Veranstaltung bestreiten die Bands Soundconvoi und Druckluft sowie die Abba-Tribute-Gruppe „Take a Chance on us“ musikalisch. Karten für 12,50 Euro gibt es noch an der Abendkasse.
Einen Teil des breiten Repertoires, das sich die gut 70 Musiker in ihren Donnerstagsproben im Gymnasium Norf unter Leitung von Kapellmeister Alexander Sojka erarbeitet haben, breiten sie dann am Sonntag (26.) ab 10.30 Uhr beim Musikalischen Frühschoppen vor ihrem Publikum aus. Wer als Gast einmal den Taktstock führen möchte, zahle üblicherweise eine Runde, sagt Flöper. „Aber das kann teuer werden“ – denn im Verlauf des Tages sind auch die Freunde vom Tambourcorps „Germania“ Norf, des TC Rosellerheide, des Regiments- und Bundestambourkorps „Novesia“, der Bundesschützenkapelle Neuss und der Schützenkapelle Neuss-Furth zu hören. Eintritt frei.
Danach kann die Schützenfest-Saison beginnen. Aber einen Königsanwärter in Norf stellt der Jubilar „Frohsinn“ trotzdem nicht. Das, sagt Flöper, „hat sich nicht ergeben“.

