Kaarst – Das Kinderschützenfest gehört in Holzbüttgen seit 2022 fest zum Programmablauf und wird freitags zum Auftakt des Volks- und Heimatfestes gefeiert , in Vorst marschieren Schulkinder am Schützenfest-Montag seit vielen Jahren am König vorbei und werden später mit Fahrchips ausgestattet – und in diesem Jahr versucht auch die Kaarster St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft, Schützennachwuchs zu generieren. Dazu wurde nach der Jahreshauptversammlung im Januar 2025 der „Arbeitskreis Kinderschützenfest“ gegründet, der sich ein Konzept überlegen sollte, wie Kinder aus Grundschulen oder Kindergärten an das Schützenfest herangeführt werden könnten.
Herausgekommen ist kein richtiges Kinderschützenfest, sondern ein sogenannter Kinderschützentag. Dieser wird am 6. Juni, eine Woche vor Beginn des Kaarster Volks- und Heimatfestes, vor der Kirche St. Martinus stattfinden. „Die Bruderschaft wächst jedes Jahr, aber am falschen Ende. Wir brauchen mehr Jungschützen, die sich dieser Tradition bewusst werden“, sagt Sascha Loquingen, der gemeinsam mit Markus Schrank, Christian Esser, Stefan Schmidt und Fabian Wisner den ‑Arbeitskreis bildet. Zwar wurden alle drei Kaarster Grundschulen vom Arbeitskreis angefragt, allerdings habe sich nur die OGS der Katholischen Grundschule Alte Heerstraße zurückgemeldet. „Dort wurde sogar eine eigene Schützenfest-AG ins Leben gerufen, in der bereits eine Bastelaktion stattgefunden hat“, sagt Loquingen. In Silvia van Sandten, Ehefrau des ehemaligen Ministers Winfried van Sandten, habe der Arbeitskreis an der Grundschule allerdings auch eine „mega Ansprechpartnerin, die für Schützenfest Feuer und Flamme ist“, so Loquingen. Das Bastelmaterial stellte die Bruderschaft zur Verfügung.
Vor dem Kinderschützentag will auch Schützenkönig Klaus Gehlen der KGS noch einen Besuch abstatten und sein Königssilber präsentieren, am vergangenen Freitag gab es eine kleine Auftakt-Veranstaltung, bei der die Mitglieder des Arbeitskreises, Bruderschafts-Archivar Rolf Bömelburg und der Edelknabenkönig Levian Bienert in Uniform und mit Fahnen an der KGS vorbeischauten und den Kindern einen ersten Einblick in die Schützenwelt gaben. Der 6. Juni soll dann den Abschluss der OGS-AG bilden. „Für alle anderen Interessierten ist es eine Art Tag der offenen Tür“, sagt Loquingen. Von 11 bis 14 Uhr werden vor der Kirche kleine „Kirmesbuden“ aufgestellt, es gibt Würstchen und Getränke zum Selbstkostenpreis. Zudem wird es eine Art Schützenfest-Parcours für die Kinder geben. „Der Tag ist eine gute Gelegenheit für alle, sich über das Schützenfest zu informieren“, erklärt Loquingen weiter – und meint damit nicht nur die Kinder, sondern auch Erwachsene.
Eine Kopie des Kinderschützenfestes in Holzbüttgen soll die Veranstaltung nicht sein. „Wir wollten etwas Neues machen“, sagt Loquingen, kein eigenes Kinderschützenfest mit Programm. Die Veranstaltung ist vorerst nicht als eigener Programmpunkt während des Schützenfestes angedacht. „Die meisten Schützen sind in die zug-internen Veranstaltungen involviert, der Vorstand auch. Wir würden unserem Anspruch, Ansprechpartner zu sein, nicht gerecht werden“, sagt Loquingen. In diesem Jahr soll erst einmal in ungezwungener Atmosphäre ein paar Stunden die Tür geöffnet werden für alle, die sich vorstellen könnten, in die Bruderschaft einzutreten.
Das glaubt auch Präsident Claus Schiffer. „Für uns war wichtig, Schüler und Eltern frühzeitig vom Brauchtum begeistern zu können. Oft ist es nur ein kleiner Anstoß, den es braucht, um einen Zugang zum Schützenfest zu finden. Über diesen Weg wollen wir den Menschen diesen Zugang zum Brauchtum ermöglichen“, sagt er auf Anfrage unserer Redaktion.


