Kaarst – Der Königs- und Generalitätsehrenabend am Freitag war wie immer eine gelungene Einstimmung auf das zwei Wochen später stattfindende Schützenfest in Kaarst. Im Festzelt hatte es diesmal aus aktuellem Anlass ein Stühlerücken gegeben: Präsident und Brudermeister Claus Schiffer saß als Minister links neben Schützenkönig Klaus I. Gehlen, der seit über 25 Jahren General ist. Den Platz des Generals nahm diesmal Hermann Lehnen, der schon seit 16 Jahren den jetzigen König als Adjutant unterstützt hat, ein. In diesem Jahr steht Axel Hebmüller als Adjutant zur Verfügung; die Gesellschaft Schützenlust muss deshalb in diesem Jahr auf ihn als Marschierer verzichten.
„Es könnte in 45 Minuten ein bisschen ungemütlich werden“, verkündete Geschäftsführer Stefan Stamm nach dem Blick auf die Wetter-App. Die Prognose sollte zum Glück nicht zutreffen, aber das ahnte zu Beginn des Ehrenabends noch niemand. Die Regenschirme, die etliche Schützen mitgebracht hatten, sollten sich als unnötiger Ballast erweisen. Der Fackelzug mit Vorbeimarsch am Schützenkönig auf der Rathausstraße konnte trockenen Fußes erfolgen. Wenn das die Schützenfrauen gesehen hätten: Kellnerin Alina hatte immer wieder etliche Gläser Eierlikör auf dem Tablett. Christian Horn-Heinemann sprach zum ersten Mal als Bürgermeister der Stadt zu den Schützen. Er bekräftigte, dass die Schützenbruderschaft in Kaarst einen hohen Stellenwert habe. Pfarrer Gregor Ottersbach ermunterte die Schützen, ihr Fest ausgiebig zu feiern. Sein Credo: „Die Welt wird nicht dadurch besser, wenn wir nicht feiern.“ Feste wie das Kaarster Schützenfest spendeten Kraft für den Alltag.
Stefan Stamm stellte zu vorgerückter Stunde die Kardinalfrage: ob die einzelnen Züge und Gruppierungen Lust haben, Schützenfest zu feiern. Die Resonanz war ein vielfaches, mal mehr, mal weniger lautes „Zoch, Zoch“. Stamm gab anschließend eine Kostprobe seines trockenen Humors: „Das Schützenfest findet statt. Ich war schon beunruhigt.“ Und er prägte den Begriff „Zwischengetränk“, ein Glas zwischendurch, das er dem diesjährigen General, dem „Jung aus der Eifel“, empfahl. Was er bedauerte: „Die Ärmelbinden waren ausverkauft, sie werden aber bis zum Schützenfest da sein.“ Immerhin waren die Königsorden verfügbar.
Gegenüber unserer Redaktion gab Gehlen eine überraschende erste Einschätzung ab: „Schützenkönig sein ist entspannter als General sein.“ Über das Silberne Verdienstkreuz freuten sich Dominik Cimino, Rüdiger Hubertz, Klaus Naber, Norbert Spenrath, Nico Donell, Florian Hausdorf, Detlef Zaremba, Rolf Kivelip, Wolfgang Summa, Thomas Bunse sowie Niklas Fuhrmann. Den Regimentsorden bekamen die Schützen Thorsten Pieper und Christoph Herwig verliehen.

