Zwischen den schmucken Uniformen und großen Roben bekommen sie bei Schützenfesten besondere Beachtung von den Zuschauern am Straßenrand: die Hönesse mit ihren prächtigen Blumenhörnern und die Fahnenschwenker. Letztere tragen ihre Fahnen nicht nur zur Schau, sondern bewahren einen historischen Brauch der Schützen. Dabei hat jede Bewegung eine Bedeutung: Die Verehrung des Schutzpatrons gehört dazu, der Kampf Gut gegen Böse spielt eine Rolle oder die Ehrerbietung, wenn die Fahnenschwenker etwa dem Schützenkönig besonderen Respekt zeigen wollen.
Respekt ist auch das Stichwort für die neuen Fahnen, die der Bezirksverband Neuss im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) angeschafft hat. „Wir sagen Danke an die Blaulichtfamilie“ ist darauf zu lesen. Am vergangenen Wochenende waren sie gleich bei drei Schützenfesten zu sehen: auf der Furth, in Grefrath und in Büderich, zuvor schon in Driesch.
ie Idee dazu hatte Bezirksbundesmeister Thomas Schröder, der außerdem Brudermeister der St.-Eustachius-Schützenbruderschaft Büttgen-Vorst ist. „Wir haben dort eine unheimlich freundschaftliche Beziehung zu den Einsatzkräften, das ist wirklich eine Kameradschaft auf Augenhöhe“, sagt er. Für den ganzen Bezirk gelte: „Ohne die vielseitige Unterstützung von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen wäre die Planung und Durchführung unserer Feste und Veranstaltungen nicht möglich.“ Ganz bewusst wolle man deshalb Flagge zeigen.
So kam Thomas Schröder auf die Idee, die Respekt-Kampagne des Landes NRW aufzugreifen, der sich auch der Rhein-Kreis Neuss samt dem Verband der Feuerwehren angeschlossen hat. Das Schutzschleifen-Symbol in den Farben Blau, Rot und Weiß (die für die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften stehen) wird seither mit dem Blaulicht-Symbol für Retter kombiniert. Und das prangt nun auch auf den neuen Schwenkfahnentüchern des BHDS-Bezirksverbands Neuss. Die werden jetzt nach und nach bei den Schützenfesten an die Bruderschaften übergeben – jeweils in zweifacher Ausführung und in unterschiedlicher Größe für die verschiedenen Altersklassen in der Schützenjugend. Bei den Festzügen sollen die Fahnen deutlich sichtbar mitgeführt werden, um ein Zeichen des Respekts und der Solidarität mit den Einsatzkräften zu setzen, die sich zunehmender verbaler und physischer Gewalt bei ihren Einsätzen ausgesetzt sehen.
Die Patenschaft für die Initiative hat Landrätin Katharina Reinhold übernommen. „Die Menschen im Rhein-Kreis Neuss sollen gut und sicher leben können. Dazu gehört auch, dass sie gut und sicher feiern können – zum Beispiel bei Großveranstaltungen wie Schützenfesten. Mein Dank gilt allen Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten, Hilfsorganisationen und natürlich in unserer Kreisleitstelle“, so die Landrätin bei der symbolischen Übergabe einer der Fahnen im Grevenbroicher Kreishaus. Auch sie betont: „Unsere Einsatz- und Rettungskräfte verdienen Respekt und Wertschätzung.“

