RUDOLF BARNHOLT // NGZ // 01.06.2026

„Schüt­zen­kö­nig sein ist ent­spann­ter als Gene­ral sein”
Her­mann Leh­nen (l.) ver­tritt Schüt­zen­kö­nig Klaus Geh­len (M.) in die­sem Jahr als Gene­ral, Geschäfts­füh­rer Ste­fan Stamm (r.) über­nimmt die Auf­ga­ben von Prä­si­dent Claus Schif­fer, der Geh­len als Minis­ter zur Seite steht. Foto: Jerome Oertel

Kaarst – Der Königs- und Gene­ra­li­täts­eh­ren­abend am Frei­tag war wie immer eine gelun­gene Ein­stim­mung auf das zwei Wochen spä­ter statt­fin­dende Schüt­zen­fest in Kaarst. Im Fest­zelt hatte es dies­mal aus aktu­el­lem Anlass ein Stüh­le­rü­cken gege­ben: Prä­si­dent und Bru­der­meis­ter Claus Schif­fer saß als Minis­ter links neben Schüt­zen­kö­nig Klaus I. Geh­len, der seit über 25 Jah­ren Gene­ral ist. Den Platz des Gene­rals nahm dies­mal Her­mann Leh­nen, der schon seit 16 Jah­ren den jet­zi­gen König als Adju­tant unter­stützt hat, ein. In die­sem Jahr steht Axel Heb­mül­ler als Adju­tant zur Ver­fü­gung; die Gesell­schaft Schüt­zen­lust muss des­halb in die­sem Jahr auf ihn als Mar­schie­rer verzichten.

„Es könnte in 45 Minu­ten ein biss­chen unge­müt­lich wer­den“, ver­kün­dete Geschäfts­füh­rer Ste­fan Stamm nach dem Blick auf die Wet­ter-App. Die Pro­gnose sollte zum Glück nicht zutref­fen, aber das ahnte zu Beginn des Ehren­abends noch nie­mand. Die Regen­schirme, die etli­che Schüt­zen mit­ge­bracht hat­ten, soll­ten sich als unnö­ti­ger Bal­last erwei­sen. Der Fackel­zug mit Vor­bei­marsch am Schüt­zen­kö­nig auf der Rat­haus­straße konnte tro­cke­nen Fußes erfol­gen. Wenn das die Schüt­zen­frauen gese­hen hät­ten: Kell­ne­rin Alina hatte immer wie­der etli­che Glä­ser Eier­li­kör auf dem Tablett. Chris­tian Horn-Hei­ne­mann sprach zum ers­ten Mal als Bür­ger­meis­ter der Stadt zu den Schüt­zen. Er bekräf­tigte, dass die Schüt­zen­bru­der­schaft in Kaarst einen hohen Stel­len­wert habe. Pfar­rer Gre­gor Otters­bach ermun­terte die Schüt­zen, ihr Fest aus­gie­big zu fei­ern. Sein Credo: „Die Welt wird nicht dadurch bes­ser, wenn wir nicht fei­ern.“ Feste wie das Kaars­ter Schüt­zen­fest spen­de­ten Kraft für den Alltag.

Ste­fan Stamm stellte zu vor­ge­rück­ter Stunde die Kar­di­nal­frage: ob die ein­zel­nen Züge und Grup­pie­run­gen Lust haben, Schüt­zen­fest zu fei­ern. Die Reso­nanz war ein viel­fa­ches, mal mehr, mal weni­ger lau­tes „Zoch, Zoch“. Stamm gab anschlie­ßend eine Kost­probe sei­nes tro­cke­nen Humors: „Das Schüt­zen­fest fin­det statt. Ich war schon beun­ru­higt.“ Und er prägte den Begriff „Zwi­schen­ge­tränk“, ein Glas zwi­schen­durch, das er dem dies­jäh­ri­gen Gene­ral, dem „Jung aus der Eifel“, emp­fahl. Was er bedau­erte: „Die Ärmel­bin­den waren aus­ver­kauft, sie wer­den aber bis zum Schüt­zen­fest da sein.“ Immer­hin waren die König­sor­den verfügbar.

Gegen­über unse­rer Redak­tion gab Geh­len eine über­ra­schende erste Ein­schät­zung ab: „Schüt­zen­kö­nig sein ist ent­spann­ter als Gene­ral sein.“ Über das Sil­berne Ver­dienst­kreuz freu­ten sich Domi­nik Cimino, Rüdi­ger Hubertz, Klaus Naber, Nor­bert Spen­rath, Nico Donell, Flo­rian Haus­dorf, Det­lef Zar­emba, Rolf Kivelip, Wolf­gang Summa, Tho­mas Bunse sowie Niklas Fuhr­mann. Den Regi­m­ents­or­den beka­men die Schüt­zen Thors­ten Pie­per und Chris­toph Her­wig verliehen.

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Mit herz­li­chem Schüt­zen­gruß
Ihr Bezirks­ver­band Neuss

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