Grevenbroich/Langenfeld – Deutschlands großer katholischer Schützenverband hat einen neuen Repräsentanten: Max Freiherr Spies von Büllesheim steht als neuer Hochmeister dem Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) mit seinen 1300 Bruderschaften und Vereinen und ihren 300.000 Schützen vor. Wie der BHDS mitteilte, tritt der 54-jährige Betriebswirt aus Hückelhoven-Ratheim die Nachfolge von Emanuel Fürst zu Salm-Salm an, der den katholischen Brauchtumsverband 15 Jahre lang führte. Die Bundesvertreterversammlung votierte einmütig für Baron Spies. Traditionell steht ein Vertreter des Uradels an der Spitze der Schützen.
Der Stabwechsel war emotional. Stehende Ovationen für Fürst Salm, begeisterte Zustimmung für Baron Spies. Der neue Hochmeister, von Fürst Salm als Nachfolger („ein überzeugter Schützenbruder“) empfohlen, beschrieb das Schützenwesen als stärkende Kraft, betonte den offenen Heimatgedanken und warb um Vertrauen: „Ich verspreche, mitten unter den Schützen zu sein, zuzuhören und Zukunft gemeinsam zu gestalten.“ Als besonderes Erlebnis beschrieb Spies seine Zeit als Schützenkönig der Bruderschaft St. Sebastianus Ratheim im Jahr 2016.
Fürst Salm nahm mit Wehmut Abschied. Er sei gerne und von Herzen Hochmeister gewesen, betonte er. Doch die vielfältigen Verpflichtungen, die er nach dem Tod seines Vaters habe übernehmen müssen, kosteten so viel Zeit und Aufmerksamkeit, dass er fürchte „den Schützen nicht mehr gerecht werden zu können.“ Wie eng die Verbindung weiterhin ist, zeigt sich in einem Versprechen, das Fürst Salm dem Bundesvorstand und seinem Nachfolger gegeben hat: „Ich bin nicht fort. Ich bleibe Schütze!“ Fürst Salm wird Baron Spies bis zum Bundesfest in Damme (Münsterland) begleiten und ihm unterstützend zur Seite stehen. Dafür sind ihm der neue Hochmeister und auch Bundesschützenmeister Robert Hoppe aus Grevenbroich dankbar. Hoppe: „Ich hätte mir gewünscht, dass Fürst Salm noch eine längere Zeit unser Hochmeister geblieben wäre. Da das nicht möglich ist, sehe ich in der Begleitung des Übergangs für uns und Baron Spies eine große Hilfe.“ Den besonderen Dank an den scheidenden Hochmeister verband er mit einem herzlichen Willkommen an Spies.

