Grefrath – Die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft hat ihren alten Scheibenschießstand abgerissen und wird an der Bezirkssportanlage noch in diesem Jahr mit dem Bau eines neuen Standes plus Vereinsheim beginnen. Engagiert in dem Projekt ist auch der Grenadierzug „Immer jett loss“ von 2018, doch der verschwendet während der vor uns liegenden Pfingsttage keinen Gedanken an das Projekt. Denn es gibt Wichtigeres zu tun – gerade für diesen Zug, der zum ersten Mal in seiner Geschichte beim anstehenden Schützenfest als Königszug gefordert ist und mit Leonhard Schornstein auch noch den aktuellen Grenadiersieger stellt.
Zum Königszug wurde „Immer jett loss“ durch seinen Leutnant Cornelius Przybilla, der zum Ausklang der Kirmes 2025 als Königsbewerber antrat und sich mit dem insgesamt achten Schuss zum jüngsten König in der 220-jährigen Vereinsgeschichte machte. Bürgermeister Reiner Breuer wertet das in einem Grußwort als „klares Signal für die Zukunft unseres Brauchtums“. 25 Jahre ist der Schützenkönig wenige Tage vor seiner Inthronisation geworden, die traditionell mit einem Tanz in den Mai verbunden ist und in diesem Jahr viel junges Volk mobilisierte – sodass sogar die Polizei ordnend eingreifen musste . An der Seite des Schützenkönigs, der als Zahnarzt in Neuss praktiziert, repräsentiert Cosima Kaluza (20), seine jüngste Cousine, die Bruderschaft. Die angehende Grundschullehrerin stellt sich dabei bewusst in die Familientradition, waren doch vor genau 75 Jahren ihre Urgroßeltern Willi und Käthe Reck das Schützenkönigspaar in Grefrath. Überhaupt ist der engere Kreis um das Königspaar eine Familienangelegenheit, denn die älteren Brüder des Schützenkönigs – Kilian (31) und Constantin (26) – unterstützen als Minister. Auch sie sind aktive Schützen im Grenadierkorps. Kilian ist bei den „Thekenathleten“ zu finden, Constantin beim Zug „Mer halde zesame“, der gemeinsam mit dem Königszug bei allen Umzügen im ersten Marschblock zu finden sein wird.
Eröffnet wird das Heimatfest am Samstag, 23. Mai, noch vor dem Böllern ab 11.45 Uhr mit dem Kindergartenumzug. Und wenn gegen 18.30 Uhr der Abendumzug losgeht, stehen auch schon die Nachfolger für Bruderschaftsprinz Bennett Bovensmann und Schülerprinz Kendrik Bovensmann fest.
Nach einem ersten Tanzabend wartet der Pfingstsonntag mit Festhochamt, Frühschoppen und vor allem der großen Parade um 16 Uhr auf dem Kirchfeldweg sowie einem anschließenden Festzug auf. Abends macht sich Grefrath hübsch und geht zum Tanz ins Festzelt. Den Pfingstmontag beginnen die Bruderschaft und ihre Gäste mit Parade und Biwak, bevor – nach einem weiteren Umzug – ab 18 Uhr an der Vogelstange die neue Schützenmajestät ermittelt wird. Beendet wird das Fest am Dienstag mit einer letzten Königsparade, die im Festzelt endet, wo um 21 Uhr der Königsball den Schlusspunkt setzt.

