Nordstadt – Der Regen wird allmählich wärmer – dann muss bald Pfingsten sein. Das ist der Termin, an dem die Further St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft traditionell ihr schönstes Fest im Jahr feiert. Sie tut das mit einem Routinier auf dem Königsthron und in Erwartung ihres ersten „Dienstagskönigs“, denn zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte wird das Königsvogelschießen ans Ende des viertägigen Schützenfestes gestellt. Das Treffen an der Vogelstange beginnt am 26. Mai um 15.30 Uhr.
Jochen Nitschke war wegen dieser Änderung nicht nur Schützenkönig des vergangenen Jahres, sondern nimmt auch in diesem Jahr am Pfingstsonntag die Parade des Regimentes ab. Hinter ihm liegt ein bewegtes Jahr, denn der Hubertusschütze vom Zug „Springender Hirsch“ erlebte als König seinen 50. Geburtstag, das 70-jährige Bestehen seines Korps wie auch seines Zuges – und seine Wahl ins Komitee. Als Platz- und Zeltwart wird Nitschke das Amt von Michael Feldmann übernehmen, der bei der Mitgliederversammlung im Februar zum zweiten Brudermeister gewählt wurde. Der Düsseldorfer Nitschke, der sich der Further Bruderschaft im Jahr 2001 anschloss, ist also entschlossen zu bleiben.
Als Schützenkönig erlebte er mit seiner Frau Natascha im ersten Königsjahr den Aufbau der ersten Further Schützenampel, den ersten Krönungsball für eine Majestät vor dem Schützenfesttermin – denn bisher wurde am Kirmesdienstag gekrönt – aber auch das erste Kinderschützenfest. Das war 2025 von einer Handvoll Schützen initiiert worden und taucht auf dem aktuellen Festplakat dieses Jahres schon als offizieller Programmpunkt für den Schützenfestsamstag auf. Karl Büssing als einer der Ideengeber hat die Hoffnung, dass sich dem Umzug gut 700 Kinder und Begleiter anschließen. Schneller hat sich ein neues Veranstaltungsformat wohl noch nie etabliert.
Zum Schützenfest gehört die Kirmes. Das Königspaar kann den fertig aufgebauten Rummelplatz, der nach der Neusser Kirmes der zweitgrößte im Stadtgebiet ist, schon am Donnerstag (21.) in Augenschein nehmen, offiziell eröffnet wird er am Freitag, 22. Mai, um 17 Uhr. Während sich danach die ersten Fahrgeschäfte drehen, gibt der Musikverein „Frohsinn“ Norf ein Platzkonzert. Die Musiker tun das mit breiter Brust, denn die Kapelle hat gerade erst ihren 100. Geburtstag gefeiert und wurde aus diesem Anlass als jahrzehntelanger treuer Begleiter der Further Schützenbruderschaft beim Oberstehrenabend offiziell zur „Further Regimentskapelle“ ernannt.
Mit dem Böllern am Samstag um 17 Uhr und dem Umzug der Tambourkorps beginnt dann das eigentliche Schützenfest „henger de Bahn“. Der Deutsche Wetterdienst sieht in seiner mittelfristigen Prognose ab dann kein Regenwölkchen mehr am Himmel, sondern verspricht sonniges Wetter mit Temperaturen oberhalb von 24 Grad – und das durchgängig bis zum Finale am Pfingstdienstag. Das ist gut für den Kinderumzug, der sich um 17.15 Uhr aufstellt, aber auch für den Fackelzug, der sich nach einer allerletzten Generalversammlung ab 21.45 Uhr in Marsch setzt. 17 Großfackeln werden gezeigt, eine mehr als im vergangenen Jahr wie Schützenpräsident Jochen Hennen beim Richtfest berichtete .
Mit diesem Umzug tritt dann auch das Further Regiment in voller Stärke in Erscheinung. Das Kommando führen erstmals Wilfried Moosbauer, der nach 26 Jahren auf Heiner Ringes im Amt folgt, und sein Adjutant Michael Wilbertz. Sie lassen am Pfingstsonntag schon um 8 Uhr antreten, wenn der wichtigste Tag des Festes mit einem Festhochamt beginnt. Hat Pfarrer Hans-Günther Korr als Präses der Bruderschaft seine Schäfchen wieder entlassen, geht es für diese zum Festakt ins Festzelt, bevor das Regiment in der Gliederung seiner Korps um 12 Uhr zur Königsparade aufzieht. Ein Umzug am Nachmittag und der abendliche Tanz im Zelt mit der Band „Voices“ beenden den Tag.
Pfingstmontag dann werden schon die ersten Repräsentanten ermittelt. Die Edelknaben tun das am Vormittag, während im Festzelt ein Bürgerfrühschoppen stattfindet, die Reiter tragen ihr Ringstechen im Anschluss an den Nachmittagsumzug ab etwa 17 Uhr aus.
Die abendliche Party mit der „Fantastic Company“ ist dann vielleicht eine gute – wenn nicht sogar die letzte – Gelegenheit für Thronbewerber, sich mit ihrer Familie und ihrem Zug zu beraten. Denn am Dienstag gilt es: Die Bruderschaft ermittelt ihren neuen König. Man habe den Schützenfestdienstag „als festen Bestandteil des Festes erhalten und aufwerten wollen“, erklärt Hennen den neuen Termin. Und wer auch immer Schützenkönig wird, muss nicht in Hektik verfallen. Denn gekrönt wird die neue Majestät erst im nächsten April. Auch das ist Teil des neuen Schützenfestkonzeptes, das damit umgesetzt ist.

