Chris­toph Kleinau // NGZ // 19.05.2026

War­ten auf den ers­ten Dienstagskönig
Jochen und Nata­scha Nit­schke, Eltern von fünf Kin­dern, dür­fen ein zwei­tes Mal Schüt­zen­kö­nigs­paar auf der Furth sein. Beim Krö­nungs­ball im April erhiel­ten sie Unter­stüt­zung aus der Fami­lie. Foto: Fabian Franken

Nord­stadt – Der Regen wird all­mäh­lich wär­mer – dann muss bald Pfings­ten sein. Das ist der Ter­min, an dem die Fur­ther St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft tra­di­tio­nell ihr schöns­tes Fest im Jahr fei­ert. Sie tut das mit einem Rou­ti­nier auf dem Königs­thron und in Erwar­tung ihres ers­ten „Diens­tags­kö­nigs“, denn zum ers­ten Mal in der Ver­eins­ge­schichte wird das Königs­vo­gel­schie­ßen ans Ende des vier­tä­gi­gen Schüt­zen­fes­tes gestellt. Das Tref­fen an der Vogel­stange beginnt am 26. Mai um 15.30 Uhr.

Jochen Nit­schke war wegen die­ser Ände­rung nicht nur Schüt­zen­kö­nig des ver­gan­ge­nen Jah­res, son­dern nimmt auch in die­sem Jahr am Pfingst­sonn­tag die Parade des Regi­men­tes ab. Hin­ter ihm liegt ein beweg­tes Jahr, denn der Huber­tus­schütze vom Zug „Sprin­gen­der Hirsch“ erlebte als König sei­nen 50. Geburts­tag, das 70-jäh­rige Bestehen sei­nes Korps wie auch sei­nes Zuges – und seine Wahl ins Komi­tee. Als Platz- und Zelt­wart wird Nit­schke das Amt von Michael Feld­mann über­neh­men, der bei der Mit­glie­der­ver­samm­lung im Februar zum zwei­ten Bru­der­meis­ter gewählt wurde. Der Düs­sel­dor­fer Nit­schke, der sich der Fur­ther Bru­der­schaft im Jahr 2001 anschloss, ist also ent­schlos­sen zu bleiben.

Als Schüt­zen­kö­nig erlebte er mit sei­ner Frau Nata­scha im ers­ten Königs­jahr den Auf­bau der ers­ten Fur­ther Schüt­zen­am­pel, den ers­ten Krö­nungs­ball für eine Majes­tät vor dem Schüt­zen­fest­ter­min – denn bis­her wurde am Kir­mes­diens­tag gekrönt – aber auch das erste Kin­der­schüt­zen­fest. Das war 2025 von einer Hand­voll Schüt­zen initi­iert wor­den und taucht auf dem aktu­el­len Fest­pla­kat die­ses Jah­res schon als offi­zi­el­ler Pro­gramm­punkt für den Schüt­zen­fest­sams­tag auf. Karl Büs­sing als einer der Ideen­ge­ber hat die Hoff­nung, dass sich dem Umzug gut 700 Kin­der und Beglei­ter anschlie­ßen. Schnel­ler hat sich ein neues Ver­an­stal­tungs­for­mat wohl noch nie etabliert.

Zum Schüt­zen­fest gehört die Kir­mes. Das Königs­paar kann den fer­tig auf­ge­bau­ten Rum­mel­platz, der nach der Neus­ser Kir­mes der zweit­größte im Stadt­ge­biet ist, schon am Don­ners­tag (21.) in Augen­schein neh­men, offi­zi­ell eröff­net wird er am Frei­tag, 22. Mai, um 17 Uhr. Wäh­rend sich danach die ers­ten Fahr­ge­schäfte dre­hen, gibt der Musik­ver­ein „Froh­sinn“ Norf ein Platz­kon­zert. Die Musi­ker tun das mit brei­ter Brust, denn die Kapelle hat gerade erst ihren 100. Geburts­tag gefei­ert und wurde aus die­sem Anlass als jahr­zehn­te­lan­ger treuer Beglei­ter der Fur­ther Schüt­zen­bru­der­schaft beim Oberst­eh­ren­abend offi­zi­ell zur „Fur­ther Regi­ments­ka­pelle“ ernannt.

Mit dem Böl­lern am Sams­tag um 17 Uhr und dem Umzug der Tam­bour­korps beginnt dann das eigent­li­che Schüt­zen­fest „hen­ger de Bahn“. Der Deut­sche Wet­ter­dienst sieht in sei­ner mit­tel­fris­ti­gen Pro­gnose ab dann kein Regen­wölk­chen mehr am Him­mel, son­dern ver­spricht son­ni­ges Wet­ter mit Tem­pe­ra­tu­ren ober­halb von 24 Grad – und das durch­gän­gig bis zum Finale am Pfingst­diens­tag. Das ist gut für den Kin­der­um­zug, der sich um 17.15 Uhr auf­stellt, aber auch für den Fackel­zug, der sich nach einer aller­letz­ten Gene­ral­ver­samm­lung ab 21.45 Uhr in Marsch setzt. 17 Groß­fa­ckeln wer­den gezeigt, eine mehr als im ver­gan­ge­nen Jahr wie Schüt­zen­prä­si­dent Jochen Hen­nen beim Richt­fest berichtete .

Mit die­sem Umzug tritt dann auch das Fur­ther Regi­ment in vol­ler Stärke in Erschei­nung. Das Kom­mando füh­ren erst­mals Wil­fried Moos­bauer, der nach 26 Jah­ren auf Hei­ner Rin­ges im Amt folgt, und sein Adju­tant Michael Wil­bertz. Sie las­sen am Pfingst­sonn­tag schon um 8 Uhr antre­ten, wenn der wich­tigste Tag des Fes­tes mit einem Fest­hoch­amt beginnt. Hat Pfar­rer Hans-Gün­ther Korr als Prä­ses der Bru­der­schaft seine Schäf­chen wie­der ent­las­sen, geht es für diese zum Fest­akt ins Fest­zelt, bevor das Regi­ment in der Glie­de­rung sei­ner Korps um 12 Uhr zur Königs­pa­rade auf­zieht. Ein Umzug am Nach­mit­tag und der abend­li­che Tanz im Zelt mit der Band „Voices“ been­den den Tag.

Pfingst­mon­tag dann wer­den schon die ers­ten Reprä­sen­tan­ten ermit­telt. Die Edel­kna­ben tun das am Vor­mit­tag, wäh­rend im Fest­zelt ein Bür­ger­früh­schop­pen statt­fin­det, die Rei­ter tra­gen ihr Ring­s­te­chen im Anschluss an den Nach­mit­tags­um­zug ab etwa 17 Uhr aus.

Die abend­li­che Party mit der „Fan­ta­stic Com­pany“ ist dann viel­leicht eine gute – wenn nicht sogar die letzte – Gele­gen­heit für Thron­be­wer­ber, sich mit ihrer Fami­lie und ihrem Zug zu bera­ten. Denn am Diens­tag gilt es: Die Bru­der­schaft ermit­telt ihren neuen König. Man habe den Schüt­zen­fest­diens­tag „als fes­ten Bestand­teil des Fes­tes erhal­ten und auf­wer­ten wol­len“, erklärt Hen­nen den neuen Ter­min. Und wer auch immer Schüt­zen­kö­nig wird, muss nicht in Hek­tik ver­fal­len. Denn gekrönt wird die neue Majes­tät erst im nächs­ten April. Auch das ist Teil des neuen Schüt­zen­fest­kon­zep­tes, das damit umge­setzt ist.

Vie­len Dank für Ihre Nach­richt.
Wir wer­den uns zeit­nah bei Ihnen zurückmelden.

Mit herz­li­chem Schüt­zen­gruß
Ihr Bezirks­ver­band Neuss

15 + 12 =