Video von der EGS Herbsttagung

Von der gesamten Herbsttagung inklusive Empfang im Rathaus wurde eine Doppel-DVD mit über 2 Stunden Spieldauer erstellt.

Ein kleiner Ausschnitt ist auf der Website zu finden.

Diese DVD kann zu einem Preis von € 10,00 plus Versandkosten Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bestellt werden.

EGS Video Ausschnitt

 

 

Herbsttagung mit Investiturfeier der EGS in Neuss

Die rund 350 Schützen boten ein farbenfrohes Bild bei Ihrem Marsch vom Zeughaus, wo zovor ein Empfang des Landrats Hans-Jürgen Petrauschke stattgefunden hatte, zur Christuskirche, wo die Investiturfeier abgehalten wurde. Landsknechte, Husaren, Jäger, Gildisten, Grandiere, Hubertusschützen, Fantasie-Uniformen und Trachten wurden von den Schützen aus 12 Ländern vorgestellt. Der Großmeister der Ritterschaft vom Heiligen Sebastian, Karl von Habsburg-Lothringen, schlug im Rahmen der Investiturfeier 16 Kandidaten, darunter 4 aus dem Rhein-Kreis-Neuss, zu neuen Rittern.

Begonnen hatte der Morgen mit einer Sitzung des Präsidiums, das mit einem Empfang des Bürgermeisters Herbert Napp im Schützenmuseum und der Eintragung ins Goldene Buch der Stadt Neuss endete.

Im Rahmen der Abendverantaltung wurden dann das Organisationskomitee des Bezirksverbands Neuss, das seit fast einem Jahr mit der Planung der Tagung beschäftigt war, mit einer EGS Anstecknadel geehrt. Der Bezirksverband Neuss erhielt die Erinnerungsplakette des EGS. Als Hauptverantwortlicher wurde Bezirksbundesmeister Andreas Kaiser mit dem Bronzekreuz der Europäischen Gemeinschaft historischer Schützen ausgezeichnet.

Von vielen Seiten war an diesem Abend zu hören, dass man sich in Neuss sehr wohl gefühlt habe!

Den endgültigen Abschluss bildete dann am Samstag die Tagung im Schützenhaus in Stürzelberg.

 

 

 

Herbsttagung mit Investiturfeier in Neuss 2013

Bundesfest Neuss 1955

Bundesfest in Neuss am 1. und 2. Oktober 1955

 

3. Bundesfest 1. und 2. Oktober 1955

Es war nach dem Zweiten Weltkrieg erst das dritte Bundesfest, das die historischen deutschen Schützenbruderschaften gemeinsam feierten. Und doch - darin waren sich die Kommentatoren später einig - war es die bis dahin kraftvollste Demonstration des Bruderschaftswesens. Nach Köln und Münster kamen die Historischen Schützen am 1. und 2. Oktober 1955 in Neuss zusammen, um einen Bundeskönig zu ermitteln.

Und die Historischen Schützen selbst waren höchst erstaunt von der Teilnahme der Neusser Bevölkerung, die in großer Zahl das Fest des Bundes verfolgte. Bund allerdings hieß der Zusammenschluß der Bruderschaften damals noch nicht, er trug den Namen Zentralverband. Die beiden höchsten Repräsentanten, die auch nach Neuss kamen, waren der Hochmeister Fürst zu Salm-Reifferscheidt-Dyck und der Generalpräses (heute Bundespräses) Dr. Peter Louis aus Leverkusen.

 

Bundeskönig aus Bonn

 

Pünktlich um 13.00 Uhr begann am 1. Oktober 1955 der Schießwettbewerb auf den Ständen der Neusser Scheibenschützen um die Würde von Diözesankönigen und des Bundeskönigs. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte der Leiter des Amtes für kölnisches Brauchtum, Dr. Joseph Klersch, dem Zentralverband der Bruderschaften den Vorschlag gemacht, einen Bundeskönig einzusetzen. Was in jeder einzelnen Schützenbruderschaft gelte, das solle auch auf Bundesebene der Fall sein. So kam der Plan auf, aus den Königen eines Jahres einen Bundeskönig zu küren. Die über 1.400 Könige in den einzelnen Bruderschaften sollten um die höchste Würde wetteifern. Da es die Zeit nicht erlaubte, daß alle Könige mitmachten, so überließ man den letzten Ausscheidungskampf den sogenannten Spitzenkönigen aus den Kreisen und Bezirken. Das waren aber auch noch etwa 100 Könige. Auf einen Vogel wurde - ebenso wie heute - beim Bundeskönigsschießen nicht angelegt. In Neuss wurde mit Kleinkaliber geschossen, im Programm hieß es dazu: auf Scheibe, 50 Meter, stehend. Dabei erwies sich Heinz Bauer aus Bonn als treffsicherster Schütze, der entsprechend gefeiert wurde. Zur grünen Schärpe und der prächtigen Kette des Bundeskönigs bekam er am Sonntag des Festes noch das goldene Abzeichen des Bundesmeisters. Zu den Ritualen eines Bundesfestes gehört nach dem Königsschießen auch die Übergabe der Bundesstandarte. Nachdem die Standarte ein Jahr in Münster aufbewahrt worden war, durfte sie nun für zwölf Monate in die Quirinusstadt. Vor dem Zeughaus übergab der Neusser Bürgermeister Schmitz, stellvertretend für Oberbürgermeister Alfons Frings, die von Bundeskanzler Konrad Adenauer gestiftete Standarte an den Bundesmeister des Bezirks Neuss, Ludwig Krekeler.

Wie sehr die Bruderschaften von Neuss begeistert waren, zeigt auch ein Blick in die Verbandszeitschrift der Bruderschaften aus dem Jahr 1955. Damals berichtete „Der Schützenbruder“: „Das III. Bundeskönigsschießen des Zentralverbandes der historischen deutschen Schützenbruderschaften in der alten rheinischen Schützenstadt Neuss berechtigte zu den besten Erwartungen. Die beiden Tage, 1. und 2. Oktober 1955, haben nicht enttäuscht. Die Gesamtfeier war wirklich ein Höhepunkt des Jahres. Die Kundgebung trug einen ganz anderen Charakter als in Köln und Münster. Die Übergabe des Bundesbanners an die Stadt Neuss vor dem Zeughaus und der festliche Marsch zu den Schießständen waren neue Momente. Schon hier, um die Mittagsstunde des Samstags, zeigte sich die freudige Beteiligung der Neusser Bevölkerung, die am 2. Tage, dem Sonntag, zu einer gewaltigen Sympathie-Kundgebung heranwuchs. Auf den Ständen der Neusser Scheibenschützen stieg die rechte Sportbegeisterung. Die Spitzenkönige konnten ihre Spannung nicht verbergen. Wiederum war ihre Zahl höher geworden. Langsam nähert sich die Beteiligung dem Ziel, daß einmal alle Bezirke mit ihrem Spitzenkönig antreten.

Der Zug des neuen Bundeskönigs, Heinz Bauer aus Bonn, zeigte wieder echte Neusser Schützenliebe. Die Straßen waren von winkenden und Beifall klatschenden Menschen besetzt. Reicher Flaggenschmuck überall. Der Festakt im Zeughaus erfolgte vor 500 eingeladenen Gästen des Zentralverbandes. Nicht nur der neue Bundeskönig wurde geehrt, sondern auch die fünf Diözesankönige. Der Festakt im Zeughaus war gleichzeitig auch der Willkommensgruß der Stadt Neuss an die Bruderschaftsschützen.

 

Hochmeister Fürst Salm-Reifferscheidt

Am Samstagabend hatte es zudem noch eine Feierstunde in einem Zelt gegeben, das eigens für das Bundesfest errichtet worden war. Dabei wandte sich Hochmeister Fürst Salm-Reifferscheidt an die Schützen, wobei seine Rede stark geprägt war von den Verhältnissen des Jahres 1955. Salm-Reifferscheidt erinnerte zunächst an die Vorfahren, die zum „Segen für die Gesamtheit“ tätig geworden seien, entweder bei der Verteidigung der Familien oder der Hilfe für den Nächsten bei der Pest. Salm-Reifferscheidt: „Wie jede Zeit ihre eigene Krankheit hat, so geht auch heute der schwarze Tod unter uns um, der schlimmer als damals, heute die Seele frißt und sie endgültig und ewigem Tode überantwortet. Nicht von ungefähr geht von uns Schützenbruderschaften der Ruf nach geistiger Wehrhaftigkeit aus, gegen Bolschewismus, Kommunismus, Materialismus und wie die Ismen alle heißen mögen.“ Es komme daher auf die geistige Haltung an: „Du sollst den Herrn, Deinen Gott lieben - und Deinen Nächsten wie Dich selbst.“ Die Tracht der Schützen sei ein Bekenntnis, ein Einstehen für Glaube, Sitte und Heimat. „Aus dieser selben geistigen Haltung heraus, ist unser Kanzler, auch ein Schützenbruder, wie wir mit Stolz sagen dürfen, in die Höhle des Löwen gegangen, wissend, daß es sein schwerster Gang sei.“ (Salm-Reifferscheidt meinte mit der Höhle des Löwen Moskau, das Adenauer 1955 besuchte. Dabei wurden weitere Kriegsgefangene aus russischer Gefangenschaft entlassen. Beide Länder nahmen diplomatische Beziehungen auf).


Dr. Flecken als Protektor

  Als Protektor des dritten Bundeskönigsschießens hatten die Bruderschaften eine Neusser Persönlichkeit gebeten. Es war Dr. Flecken. Daß er gleichzeitig auch noch Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen war, war für die Bruderschaft außerdem noch eine Ehre. Und so überbrachte Flecken nicht nur die Grüße der Landesregierung, sondern auch die Wünsche der Neusser Heimatfreunde, deren Vorsitzender er war. Außerdem hatte Flecken als Vizepräsident des Bürger-Schützen-Komitees auch noch die Grüße der Neusser Schützen im Gepäck. Als Protektor hatte er aber auch noch etwas anderes mitgebracht. Damals war es Brauch, daß der scheidende Bundeskönig vom Protektor der Stadt, in der das folgende Bundesfest veranstaltet wurde, eine Erinnerungskette bekam. Flecken überreichte die von ihm gestiftete Kette an den Vorjahresbundeskönig Josef Becker. Diese Kette zeigte auf einer Plakette den Neusser Stadtpatron Quirinus. Als Anhänger war das Neusser Stadtwappen hinzugefügt. Für die übrigen Schützen hatte der Minister aus Neuss noch eine besondere Überraschung parat: die zweite Strophe des Liedes „Neuss am Rhein - Die Stadt“: Und einmal in jeglichem Sommer/paradiert Dein Regiment/mit Mannen, Kanonen und Fahnen/und so, wie es niemand sonst kennt,/mit Jubel und Lachen und Freude/ und übermütigem Scherz/in Gleichklang pulsenden Schlages/aus einem einzigen Herz -/ So lebst Du in uns, Deinen Kindern,/ auf stetig erneuertem Blatt,/ mein Neuss, seit Urväter Tagen/als rheinisch fröhliche Stadt.


Dr. Franz-Josef Wuermeling

Als dritter Redner des Abends stellte sich Bundesfamilienminister Dr. Franz-Josef Wuermeling (CDU) vor. Wuermeling stellte sich nicht nur als Minister, sondern vor allem als Schützenbruder der Sebastianer aus Linz am Rhein vor. Den Mittelpunkt seiner Rede bildete die „Familie als Lebensquell der Schützenbruderschaften“, was er vor dem Hintergrund der damaligen Zeit interpretierte.

Joseph Kardinal Frings

Das größte Interesse der Neusser und der Schützen aus den zahlreichen Bruderschaften galt aber dem letzten Redner des Festabends. Wie begeistert er aufgenommen wurde, zeigt wieder ein Blick in die Verbandszeitschrift des Bundes „Der Schützenbruder“: „Als letzter Redner des Abends nahm darauf der Erzbischof von Köln, Kardinal Frings, der schon beim Betreten des von Schützen, aber auch von Neusser Landsleuten bis auf den letzten Platz besetzten Zeltes stürmisch begrüßt wurde, das Wort zu seiner mit großem Beifall aufgenommenen Ansprache. Es ist immer wieder ergreifend und beglückend zugleich, festzustellen, wie sich beim Auftreten unseres Kardinals in der Öffentlichkeit die gern gebotene Ehrerbietung vor dem Kirchenfürsten und die nur ungern gedämpften Ausdrucksformen der Liebe zum wahrhaft volkstümlichen Oberhirten (Pro hominibus constitutus lautet sein Wahlspruch) mühsam die Waage halten, bis schließlich doch die letztere siegt. So auch in Neuss bei der Begrüßung des Kardinals, nach seiner Ansprache und ganz besonders beim Verlassen des Zeltes, durch das ihn und die anderen Ehrengäste, den alten und den neuen Bundeskönig, eine von breiten Menschenmassen gebildete Straße wie eine Via triumphalis führte. Kardinal Frings führte aus, daß er der Einladung des Zentralverbandes mit besonderer Freude gefolgt sei. Zwar sei er nicht Schützenbruder, doch fühle er sich als gebürtiger Neusser  und als Oberhirte der Diözese dem Hochfeste eines großen Verbandes von Männern, die sich der geistigen Wehrhaftigkeit im Dienste der Katholischen Aktion verschrieben haben, eng verbunden.

 

Sonntag

Der eigentliche Festtag des Treffens war der Sonntag. Er stand im Zeichen einer Pontifikalmesse auf dem Münsterplatz. Dort überreichte Dechant und Domkapitular Dr. Liedmann die Königskette an den neuen Bundeskönig Heinz Bauer. Das Pontifikalamt wurde zelebriert von Bischof Cobben aus Finnland. Im Mittelpunkt der Festmesse stand neben der Proklamation des neuen Bundeskönigs eine Predigt von Generalpräses Dr. Peter Louis. Die Bruderschaften hatten den Sonntag einem Ereignis gewidmet, das 1000 Jahre zurücklag: die Schlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg, als Otto der Große die Ungarn bezwang. Dieses Ereignis wurde damals als Rettung der abendländischen Christenheit gewertet. Louis machte deutlich, daß es darum auch heute, 1000 Jahre später, gehe. Er rief zu geistiger Wehrhaftigkeit auf, damit das Christentum letztlich obsiege über Materialismus, Marxismus und Bolschewismus. Insofern war das Neusser Bundesfest auch eine politische Demonstration. Denn die Bruderschaften, die sich jeglicher parteipolitischer Werbung und Aussage enthalten wollen, machten in Neuss ihre Ablehnung des kommunistischen Regimes deutlich, das sich auch im Osten Deutschlands, und damit tief nach Europa hinein, etabliert hatte. Das Neusser Fest war auch ein Werben um die Einheit Deutschlands. Denn wie sich vor 1000 Jahren bei der Lechfeld-Schlacht die deutschen Stämme einigten, so sollte es nach Ansicht der Redner des Neusser Bundesfestes auch jetzt wieder sein. Besonders deutlich machte das der Bürgermeister aus Augsburg, Dr. Martin, den die Bruderschaften nach Neuss eingeladen hatten: „Wir haben in Augsburg und überall, wo man der Lechfeldschlacht gedacht hat, nicht einen großen blutigen Sieg der Geschichte gefeiert, nicht die Erringung der deutschen Kaiserkrone, nicht einmal die Gründung oder Festigung des Reiches. Wir haben vielmehr die Erinnerung daran wachgerufen, welcher Segen erwachsen ist aus dem Einigwerden der Deutschen ...“

So war das dritte Bundesfest der historischen deutschen Bruderschaften eine machtvolle Demonstration von Gemeinschaftsgeist in schwieriger Zeit. Es war aber auch eine zutiefst politische Veranstaltung, weil den Schützenbrüdern auch ans Herz gelegt wurde, Stellung gegen Marxismus und Materialismus zu beziehen. Dies aber mußte damals den in Neuss versammelten Schützen nicht extra gesagt werden.

Bundesfest Neuss 1980

Bundesfest 13. und 14. September 1980 in Neuss

 

Neuss, „In dieser Form sind wir mit unseren Bundesschießen noch in keiner anderen Stadt aufgenommen worden.“ So meinte bei der festlichen Proklamation der neuen Repräsentanten des Bundes Hochmeister Maximilian Graf von Spee in der bis auf den letzten Platz besetzten Stadthalle.

In einer Zeit, die weitgehend vom Pochen auf Rechte, von Forderungen an die Gesellschaft und von der Frage, was bringt mir dieses und jenes, geprägt sei, stünden die Mitglieder der Bruderschaften treu für ihre Devise ein: für Glaube, Sitte und Heimat - mit all dem sich hieraus ergebenden Engagement, sagte der Hochmeister. Dank sprach der Hochmeister dem Bundespräsidenten Professor Karl Carstens aus, der das erste Staatsoberhaupt sei, das den Schützen einen Besuch abstatte.

Der Bundespräsident ermunterte in seiner Rede vor allem die deutsche Jugend, sich wieder des deutschen Vaterlandes bewußt zu werden und sich in Liebe zu ihm zu bekennen.

Die deutsche Geschichte sei nicht nur durch dunkle Ereignisse gekennzeichnet, sondern durch große Epochen. In diesen Epochen habe sich eine große Kultur entfaltet, von der „auch diese Stadt so bedeutsames Zeugnis ablegt.“ Professor Carstens wurde von den Schützenbruderschaften begeistert gefeiert, als er sich am Schluß seiner programmatischen Rede als einer von ihnen bekannte: „Sehen Sie mich, den Bundespräsidenten, als Ihren Freund an!“

Die Teilnahme an diesem Bundesfest wollte er als Ausdruck seiner besonderen Hochachtung gegenüber den Schützenbruderschaften gewertet wissen in ihrem Dienst an der Gemeinschaft, an unserem Volk. Er beglückwünschte sie zu ihrem sozialen Engagement, auch zur Pflege der Geselligkeit als verbindendem Element. Hochachtung und Dank sagte Carstens den Schützenbruderschaften für ihre Pflege europäischer Beziehungen, ebenso für die Jugendarbeit, in der tragende Grundwerte des Zusammenlebens vermittelt werden.

Für den Bund begrüßte Protokollchef Generalkonsul Herden u. a. Fürstin Cecilie Salm-Reifferscheidt-Dyck, Präsident Jaans vom Bund der europäischen Schützenförderation, Oberbürgermeister Herbert Karrenberg, Oberstadtdirektor Schmitt, Staatssekretär Dr. Hake, Landrat Matthias Hoeren und Oberkreisdirektor Dr. Edelmann.

 

Festlicher Gottesdienst bildete Auftakt zum Bundesfest-Sonntag

 

Mit einem festlichen Gottesdienst auf der Neusser Pferderennbahn begann der zweite Tag des Bundesfestes der historischen deutschen Schützenbruderschaften.

Bundespräses Pfarrer Max von Gallwitz zelebrierte die Festmesse zusammen mit Bezirkspräses Pfarrer Gerhard Kolmschot.

Auf dem weitläufigen Bereich der Rennbahn hatte sich eine Schar von weit über 30.000 Schützen eingefunden. Dicht an dicht war die Tribüne besetzt, während der Gottesdienst im Innenraum der Bahn stattfand, wo sich zahlreiche Fahnenabordnungen im Halbkreis um den Altar gruppierten. In seiner Predigt ging der Bundespräses auf die Stellung der Kirche in der heutigen Zeit ein.

Sie sei auf keinen Fall eine um Einfluß buhlende Institution, meinte der Prediger, sie sei für alle da. Christus, der Herr, sei ein einladender Gott, der auf die Menschen zugehe, sich ihnen anbiete.

An die Mitglieder der Bruderschaften appellierte der Geistliche abschließend, dem Beispiel des Herrn zu folgen, sich als Einladende zu geben, denn es sei im tiefsten Sinne ein unchristliches Verhalten, sich nur mit sich selbst zu befassen.

Eindrucksvoll begleitete die Südtiroler Trachtenkapelle Meransen den „Feldgottesdienst“ mit wunderschönen Chorälen, die auf die Gottesdienstteilnehmer einen tiefen Eindruck hinterließen. Neusser und Gäste von nah und fern säumten anschließend an die Festmesse die Straßen der Stadt, als sich 40.000 Schützenschwestern und Schützenbrüder in der City ein Stelldichein gaben.

Mit einem Vorbeimarsch auf dem Markt vor dem Rathaus ging das Bundesfest 1980 ins prächtige Finale. Es war nach 25 Jahren erstmals wieder in Neuss gefeiert worden.

 

zusammengestellt aus Berichten der NGZ

Bundesköniginnentag 1995

Bundesköniginnentag in Büttgen am 20. und 21. Mai 1995

 

Der Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften feiert in einem Jahr drei große Feste: das Bundesfest, den Bundesjungschützentag und den Bundesköniginnentag. Beim Bundesköniginnentag stehen die Frauen im Mittelpunkt, denn der Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften versteht sich nicht nur als ein reiner Männerbund.

 

Aufgrund des 575jährigen Jubiläums zum Bestehen der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Büttgen wurde ihr vom Bund das Angebot zur Ausrichtung des Bundesköniginnentages 1990 offeriert. Doch die Büttger Sebastianer lehnten, aufgrund einer Bitte der Stadtverwaltung Kaarst wegen der zu erwartenden Bauarbeiten in der Büttger Ortsmitte, ab. Bei der Eröffnung der Jubiläumsfeiern im Januar 1990 wurde vom Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften das Angebot an Büttgen, die örtliche Vorbereitung und Ausrichtung des 40. Bundesköniginnentages 1995 zu übernehmen, erneut herangetragen. Diesmal nahm die Bruderschaft an. Dieser Bundesköniginnentag wurde das dritte Bundesfest nach 1955 und 1980 des Bezirksverbandes Neuss.

 

Schon Jahre im voraus wurde auf diesen Tag hingearbeitet, da hier ehrenamtlich viele Dinge zusätzlich zum alltäglichen Bruderschaftsleben zu regeln waren. Man rechnete mit mehreren tausend Schützen und Besuchern, die alle verköstigt, gelenkt werden und einen schönen, Erinnerung behaltenden Tag haben sollten. Es wurde eine Lenkungsgruppe, die die einzelnen Aktivitäten der sieben Arbeitskreise zusammenfasste, koordinierte, Arbeiten vergab und Beschlüsse, soweit sie notwendig waren, fasste, ins Leben gerufen. Des weiteren  wurden folgende Arbeitskreise installiert und mit den entsprechenden Aufgaben versehen:

- Arbeitskreis Finanzen

- Arbeitskreis Verkehrslenkung

- Arbeitskreis Gestaltung

- Arbeitskreis Werbung

- Arbeitskreis Presse

- Arbeitskreis Protokoll

- Arbeitskreis Umzug / Musik.

Jedem Arbeitskreis stand ein Leiter vor, der die Lenkungsgruppe vom jeweiligen Stand der Vorbereitungen in Kenntnis setzte.

 

Als ein äußeres Zeichen der Verbundenheit mit dem bzw. als ein kleines Andenken an den Bundesköniginnentag brachte die Bruderschaft Büttgen ein Festabzeichen heraus. In einem ovalen Rund ist die St. Aldegundis-Pfarrkirche und das Radsportleistungszentrum Nordrhein-Westfalen zu sehen. Davor ist der Bruderschaftspatron St. Sebastianus und der in Büttgen geborene Reitergeneral des Dreißigjährigen Krieges, Jan van Werth, dargestellt. In dieser Ausführung wurden auch Fahnennägel angefertigt. Aufgrund einer guten Werbestrategie konnten 3.500 Festabzeichen verkauft werden.

 

In die Vorbereitungen einbezogen war auch der Vorstand des Bezirksverbandes Neuss. Die Zusammenarbeit klappte vorzüglich, dies insbesondere bei der Mittlerrolle zwischen Bund und Bruderschaft. Als Helmut Haas seine ehrenamtliche Tätigkeit als Erster Brudermeister nach 27 Jahren 1996 beendete, schrieb er an Bundesmeister Walter Wimmer:

„Zu meinem Rückblick auf meine Tätigkeit gehört auch die gute und dankbare Erinnerung an die regelmäßige Zusammenarbeit mit den anderen Ebenen des historischen Schützenwesens, insbesondere mit dem Bezirksverband. Die Zusammenarbeit war stets von gegenseitigem Vertrauen geprägt. Immer hat Verständigung für die Sichtweise der jeweiligen anderen Seite bestanden. Im Verhältnis zum Bezirksverband erscheint mir dabei die Vorbereitung und Organisation des 40. Bundesköniginnentages im Mai 1995 besonders erwähnenswert. Ich möchte nicht versäumen, hierfür und ganz besonders  für das gute menschliche Miteinander aller Beteiligten sehr herzlich zu danken.“

 

Nach Monaten und Wochen der Vorbereitung hatten die Büttgener Sebastianer den Bundesköniginnentag als ein großes Familienfest auf die Beine gestellt. Am Samstag, dem 20. Mai 1995 begann Punkt 18.00 Uhr in Büttgen das langersehnte Fest: Der 40. Bundesköniginnentag.

 

An diesem ersten Festtag gab die Stadt Kaarst im Rathaus Büttgen einen Empfang zu Ehren der Bundeskönigin Renate Oehmann und des Präsidiums des Bundes der historischen deutschen Schützenbruderschaften. Bürgermeister Heinz Klever wollte in seiner Ansprache den Bundesköniginnentag auch verstanden wissen „als Zeichen des Dankes und der Anerkennung für alles das, was Frauen mit Phantasie, Ausdauer, Sachkenntnis und Einsatzbereitschaft zu leisten imstande sind.“ Der Hochmeister Hubertus Prinz zu Sayn-Wittgenstein lobte die große Einsatzbereitschaft der Büttgener Schützen und begrüßte dann die Schirmherrin des Bundesköniginnentages 1995, Frau Ilga Thywissen aus Neuss, die mit ihrem Mann nach Büttgen gekommen war. Weitere Grußworte folgten vor einem großen Publikum. Während des Festaktes fand zum gleichen Zeitpunkt auf dem Rathausplatz ein Platzkonzert zu Ehren der schon angereisten Schützen statt, das mit dem Großen Zapfenstreich zu Ehren des Bundeskönigspaares endete. Auch der einsetzende Regen konnte die Stimmung nicht trüben. Im Anschluss daran folgte das Geleit der Ehrengäste zum Festzelt der Bruderschaft, denn auf dem Programm stand nun der gemütliche Teil des ersten Festtages: ein Rheinischer Abend. Das Festzelt war bis auf die letzten Plätze besetzt, so dass man den immer wieder neu hereinströmenden Gästen eine Absage erteile musste. Der Rheinische Abend bestand aus einem bunten Programm, das im wesentlichen von örtlichen Mitwirkenden gestaltet wurde.  So spielte die über die Bezirksgrenzen hinaus bekannte Mundart-Theatergruppe „Nüsser Schnute“ einen Einakter aus dem Schützenleben eines Schützenkönigs. Für Stimmung sorgten auch Heilgard Bierwirth und Franz-Josef Maaßen, die Tanz- und Showgruppe Kaarst-Büttgen, das Akkordeon-Orchester Büttgen-Korschenbroich sowie die Fidelen Musikanten vom St. Nikolaus Kloster, die nicht nur den musikalischen Rahmen bildeten.

 

Der zweite Festtag, der eigentliche 40. Bundesköniginnentag, begann mit einem Festgottesdienst im Radsportleistungszentrum Nordrhein-Westfalen, dem heutigen Sportforum. Für alle anwesenden Königspaare waren besondere Sitzplätze im Innenraum der Radrennbahn, für die Fahnenabordnungen im Bereich oberhalb der Fahrstrecke vorgesehen. Beim Gottesdienst hatten alle Besucher einen Sitzplatz. Der Gottesdienst wurde zum ersten Male nicht von einer Musikkapelle, sondern vom Jugendchor der Pfarrgemeinde St. Aldegundis Büttgen unter Leitung des Schützenbruders Oswald Schmitz musikalisch gestaltet. Diese Neuerung fand bei allen Zuhörern Zustimmung, was man am Schluss des Gottesdienstes auch am Beifall erkennen konnte. Zu Beginn der Messe hielt die Schirmherrin Ilga Thywissen eine hervorragende und viel beachtete Rede. Die engagierte Schirmherrin, die den Verein Lebensschutz gegründet hat, sprach über die Hilfe für Menschen in besonders schwierigen Lebenssituationen. Viele Anregungen in ihrer Rede sollten auch für die Bruderschaften wegweisend sein. Aus diesem Grunde war auch die Kollekte des Bundesköniginnentages für den Verein Lebensschutz Neuss bestimmt und so konnte ein Erlös von 5.200 DM an den Verein übergeben werden. Hauptzelebrant war der Abt von der Benediktinerabtei auf dem Michaelsberg in Siegburg, Dr. Placidus Mittler. Auch er ging in seiner Predigt auf den Bundesköniginnentag ein, da er die Königin von Saba, die auf Jesus Christus hin orientiert gewesen sei, als ein Vorbild mit den heutigen Schützenköniginnen verglich.

 

Nach dem Gottesdienst versammelte man sich vor dem Radsportleistungszemtrum, um am Festumzug durch Büttgen teilzunehmen. Der etwa drei Kilometer lange Festzug führte durch historische Dorfstraßen, Neubaugebiete und den sanierten Ortskern Büttgens. Vom Straßenrand brandete immer wieder Beifall für die Marschierenden auf. Viele im Bezirk Neuss unbekannte Uniformen konnten vom staunenden Publikum betrachtet und beklatscht werden. Der Vorbeimarsch zu Ehren der Bundeskönigin und der Ehrengäste erfolgte auf dem Robert-Grootens-Platz in der Ortsmitte. Der Umzug endete am Festzelt.  Dort fand als Ausklang ein musikalischer Frühschoppen der Büttger Bruderschaft statt.

 

Schon am Nachmittag des 21. Mai 1995 konnte der Brudermeister der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Büttgen Helmut Haas eine erste positive Bilanz ziehen, denn nicht nur das gute Wetter, sondern auch die Werbung für den Ort Büttgen hat dazu geführt, dass nach Zeitungsberichten ca. 6.000 Schützen an diesem Bundesköniginnentag teilgenommen haben. Beim Besuch nachfolgender Bundesfeste durch die gastgebende Bruderschaft stellten Büttger Schützen immer wieder fest, dass sich manche Bruderschaft aus anderen Regionen gerne an diesen Tag im fernen Büttgen zurückerinnert.

Bundesfest Kaarst 2006

Bundesfest in Kaarst vom 15.-17.September 2006

 

Kaarst als Bundeshauptstadt des Schützenwesens

Festsplitter zum Bundesfest 2006

 

 

Der 15., 16. und 17. September 2006 werden vielen Kaarster Bürgern aber auch vielen Besuchern aus nah und fern sicher als unvergessliches Erlebnis in Erinnerung bleiben: an diesem sonnigen Wochenende verwandelte Kaarst sich für 3 Tage in die Bundeshauptstadt des Schützenwesens! Über drei Jahre hatten die Vorbereitungen für das Großereignis „Bundesfest 2006“ gedauert. 11 Arbeitskreise trafen sich in dieser Zeit regelmäßig, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten und dem Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) ein tolles Fest zu bieten.

 

In den Arbeitskreisen wurden wichtige Themen wie Verkehrslenkung, die Planungen für den großen Zapfenstreich und die Festabende, die begleitende Presse- und Öffentlichkeitsarbeit oder die Organisation des großen Gottesdienstes im Stadtpark erarbeitet. Doch alleine mit diesen Gremien wäre die Aufgabe nicht zu stemmen gewesen. So gilt der Dank der Organisatoren vor allem allen freiwilligen Helfern, die beim Bundesfest selber im Einsatz waren. Ohne den Einsatz vieler Züge und Freunde der Bruderschaft wäre das Fest sicher nicht so erfolgreich verlaufen.

 

Und der Erfolg des Bundesfestes 2006 steht außer Frage – das bescheinigte auch der Bundesvorstand unter dem Hochmeister Hubertus Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg und dem Bundesschützenmeister Heinzgerd Dewies. Den Organisatoren um Claus Schiffer und Frank Donell gelang es, einige besondere Highlights zu setzen: erstmalig wurde ein Bundesfest vom WDR-Fernsehen begleitet, dass am Sonntag den großen Festzug über 3 Stunden live übertrug. Allen Besuchern der Festabende wird sicher der Samstagabend in guter Erinnerung geblieben sein: durch die Auftritte der Gruppe WIND, der Fantastic Fanfares und der Zeltband Soundconvoy wurde dem scheidenden Bundeskönig ein einmaliger Abschied bereitet.

 

Auch das liebevoll vorbereitete Hochamt auf dem Hügel im Stadtpark zeigte die vielfältigen und guten Verbindungen des BHDS zu Kaarst. Sowohl der Hauptzelebrant und Präses des Schützenbundes Weihbischof Dr. Heiner Koch als auch der Schirmherr Monsignore Winfried Pilz, Leiter des päpstlichen Kindermissionswerkes „Die Sternsinger“, haben ihr Spuren als Geistliche in der Pfarrgemeinde St. Martinus Kaarst hinterlassen. Deshalb waren sowohl Predigt als auch Ansprache des Schirmherrn geprägt von persönlichen Erinnerungen an die Zeit in unserer Heimatstadt.

 

Auf der Internetseite www.bundesfest2006.de finden sich zahlreiche Links zu Fotosammlungen von begeisterten Besuchern, die jetzt wissen das Kaarst außer einem Autobahnkreuz und IKEA auch eine engagierte und lebendige Schützentradition zu bieten hat. Davon zeugen auch viele Einträge im Gästebuch auf der Homepage der Bruderschaft.

 

Ein besonderes Highlight: wer sich die farbenprächtigen Bilder von 30.000 Schützen auf den Kaarster Straßen noch einmal anschauen möchte, kann für 10 € die DVD mit dem Film erwerben, den Chronist und Hobbyfilmer Christoph Bierholz über das Bundesfest 2006 erstellt hat. Der Erlös der verkauften DVDs wird für das Kindermissionswerk gespendet.

   
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